Startseite Ernährung Wenn der Zucker nicht reicht: Lemonaid wird abgemahnt

Wenn der Zucker nicht reicht: Lemonaid wird abgemahnt

von Elisabeth

Gesamtzuckergehalt: mindestens sieben Gewichtsprozent. Das ist die Vorgabe des Bundesernährungsministeriums für Getränke, die als Limonade eingeordnet werden. Erfrischungsgetränke mit geringerem Zuckergehalt fallen nicht in diese Kategorie. So auch die Bio- und Fairtrade-Limonaden von Lemonaid Beverages. Der Getränkehersteller hat nun erfahren, dass seine Getränke mehr Zucker enthalten müssten, um als Limonade zu gelten.

lemonaid limonade

Foto: Lemonaid

Ist Lemonaid gar keine Limonade?

Die Lemonaid Getränke sind nicht nur Bio und Fairtrade – beim Verkauf jeder Flasche werden außerdem fünf Cent zur Unterstützung sozialer Projekte gespendet. Nun mahnt das Hamburger Fachamt für Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt Lemonaid ab, da der Hersteller per Definition gar keine Limonade sei. Die Getränke enthalten einen Prozentpunkt zu wenig Zucker. Als Limonade gelten laut Bundesernährungsministerium nur Erfrischungsgetränke, die einen Gesamtzuckergehalt von mindestens sieben Gewichtsprozent aufweisen. Lemonaid enthält nur sechs Prozent Zucker. Das Ministerium schreibt: „Sofern die Rezeptur der Probe unverändert bleibt, kann folglich für die Probe ausschließlich eine beschreibende Bezeichnung angegeben werden. Die Bezeichnung als „Limonade“ ist nicht möglich“.

Konkret handelt es sich bei dem beanstandeten Produkt um das erste Getränk, was jemals den Namen Lemonaid trug: die Limetten-Limo, welche vor zehn Jahren auf den Markt gekommen ist. Seither ist der Zuckergehalt transparent auf der Flasche ausgewiesen. Andere Limonaden-Sorten des Herstellers enthalten sogar noch weniger Zucker. Laut Felix Langguth, Geschäftsführer bei Lemonaid, sei das bisher auch kein Problem gewesen: „Der Sinn der Leitsätze besteht darin, dass Verbraucher nicht in die Irre geführt werden. Unsere Lemonaid Limette gibt es mit genau diesem Zuckergehalt seit zehn Jahren. Und bis heute hat sich kein Kunde über zu wenig Zucker beschwert.

Ungesünder oder Image los

Das Unternehmen hat nun zwei Alternativen, die beide nicht wirklich vorteilhaft sind. Entweder muss das Getränk ungesünder und zuckerhaltiger werden oder Lemonaid verliert seine Bezeichnung als Limonade. Das wäre fatal, weil sie essentieller Bestandteil des Firmennamens ist. Hinzu käme ein großer Marketingaufwand und die Herausforderung alle bisher verkauften Flaschen zu entsorgen und neu bedrucken zu lassen, da es kein einfach austauschbares Etikett gibt.

Absurder wird die ganze Geschichte noch durch die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie, die kürzlich von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) vorgestellt wurde. Darin besteht die Forderung nach weniger Zucker in Nahrungsmitteln. Das Fachamt Hamburg bezieht sich in seiner Abmahnung jedoch auf die aktuelle Fassung des Deutschen Lebensmittelbuchs von 2015, in dem ganz andere Zuckerwerte festgeschrieben sind. Bleibt nur zu hoffen, dass sich das Bezirksamt Mitte in Hamburg zukünftig auf die aktuelle Zuckerreduktionsstrategie der Ministerin bezieht.

Was haltet ihr von dem Fall? Was wäre eure Lösung?

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8 Kommentare

Klara 11. Januar 2019 - 9:59 pm

danke für die info, das sind wirklich kuriose news..

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Melanie 12. Januar 2019 - 2:48 pm

Eine Lösung? Schwierig. Man müsste die Richtlinien ändern.Eine Petition starten? Unfassbar wirklich. Ich finde diesen ganzen zugefügten Zucker eh mehr als fragwürdig, wo das überall drin ist. Vollkommen überflüssig.

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Becca 12. Januar 2019 - 4:30 pm

Gibt es denn vielleicht eine Petition, die man unterstützen könnte? Kannst du sonst eine starten?

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Elisabeth 13. Januar 2019 - 3:49 pm

Es gibt anscheinend bereits eine Petition. Ich habe aber auch schon gehört, dass die Leitsätze für Erfrischungsgetränke wohl überprüft werden sollen. Vielleicht geht das Ganze dann nochmal gut für Lemonaid aus. Lg

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Claudia 12. Januar 2019 - 10:19 pm

Was für ein Irrsinn. Ich hätte nicht gedacht, dass es für die Bezeichnung Limonade eine solche Richtlinie gibt. Ich hoffe, Lemonaid darf weiterhin als Limonade weitermachen.

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Alexandra 13. Januar 2019 - 1:02 pm

Mich würde es nicht stören, wenn Lemonaid keine ‚Limonade‘ hat, das Getränk bleibt ja das gleiche. Ich frage mich nur, als was das Getränk denn sonst bezeichnet werden muss, wenn es keine Limonade ist? Und ich frage mich auch, ob jemals ein Mensch wusste, wieviel Zucker Limonade enthalten muss um als Limonade zu gelten…

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Elisabeth 13. Januar 2019 - 3:51 pm

Hallo Alexandra, die meisten Verbraucher kennen die Grenzwerte sicherlich nicht…

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Monika 27. Mai 2019 - 4:46 pm

Also ganz ehrlich – da macht man mal was richtig. Nimmt weniger Zucker und spendet noch was – und man wird bestraft. Manchmal frage ich mich echt, was hier eig verkehrt läuft. . Leider verbergen sich hinter Dingen oft große Konzerne und Lobbies, die eigene Interessen durchsetzen wollen – sehr oft zu Nachteilen des Verbrauchers..

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