Unterwegs

Grüner Luxus mitten im Grünen

Nachdem ich den ersten Teil meines Sommerurlaubs in der Steiermark auf einem Bio-Weingut verbracht habe, ging es – mit Zwischenstopp am wunderschönen Wörthersee – weiter nach Kärnten. Da ich dort ebenfalls in einem Bio-Hotel genächtigt habe, das allerdings noch einmal ganz anders als meine erste Herberge war, möchte ich euch auch dieses in einem eigenen Beitrag vorstellen. Wer weiß, vielleicht bekommt ihr dann ja auch Lust auf Bio-Urlaub.

Kärnten Bio-Hotel

Regionalität beim daberer

Wer nach Bio-Hotels in Kärnten sucht, stößt unweigerlich auf das Wellnesshotel der daberer. Aufgrund durchweg positiver Bewertungen, wollte auch ich mir einen Eindruck verschaffen und habe drei Nächte in dem 4-Sterne-Hotel gebucht.
Das Haus existiert bereits seit rund 90 Jahren und wird in dritter Generation geführt. Erst im Sommer diesen Jahres wurde es renoviert, um einen umfangreicheren Wellnessbereich erweitert und im Juni 2017 wiedereröffnet. Qualität und Regionalität werden hier großgeschrieben. Bio wird zwar durch und durch gelebt, den Gästen aber nur unterschwellig vermittelt, sodass man keinesfalls das Gefühl hat, in einer „Öko“-Unterkunft zu nächtigen.

Bio-Hotel daberer Badezimmer

Doppelzimmer hotel daberer

Die Region Kärnten spielt für das Hotel eine große Rolle. So kommen die im Hotel angebotenen Produkte, die nicht selbst hergestellt werden, von regionalen Bauern. Schön finde ich, dass sich viele Hersteller hier gegenseitig antreiben, biologische Produkte anzubauen. So wurde vom regionalen Kaffeeröster extra eine Bio-Sorte kreiert und auch ein Bio-Bäcker hat sich erst in den letzten Jahren – dank Nachfrage des Hotels – etabliert. Fleisch kommt von regionalen Höfen, Fische schwimmen im hauseigenen Bio-Forellenteich, Kräuter kommen aus dem eigene Garten. Durch diesen regionalen Fokus und Zusammenschluss der einzelnen Landwirte und Lebensmittelhersteller wurde die Region vor rund 3 Jahren zur Slow Food Region ernannt.

Um dies den Gästen noch näher zubringen, kann nahezu täglich an Führungen, Kursen und Besichtigungen einzelner Partner teilgenommen werden, um ein Gespür für die Herstellung und den Wert von Lebensmitteln zu bekommen. Das finde ich großartig, denn wer weiß heutzutage noch, wie man selber Butter herstellt, Sauerteigbrot backt oder Bier braut? Ich habe an einem Vormittag der Bio-Brauerei Loncium einen Besuch abgestattet, deren (Craft-)Biere sowohl im Hotel als auch in ganz Kärnten und Umgebung angeboten werden und wohl bald auch nach Deutschland kommen sollen.

Essen und Trinken

Morgens und mittags gibt es im Hotel ein abwechslungsreiches Buffet, abends Salatbar und ein wechselndes 5-Gänge-Menü. Vegetarisch zu essen ist hier gar kein Problem. Beim Frühstück und Mittagessen ist eine vegane Ernährung unkompliziert möglich, am Abend klappt es zumindest auf Nachfrage, da Menü- und eventuelle Sonderwünsche bereits am Morgen erfragt werden. Insgesamt war die Küche von klassischen und modern interpretierten österreichischen Gerichten geprägt.

daberer gesundes veganes Frühstück

Dinner und Buffet bio-hotel daberer

Aus allen Wasserhähnen des Hotels fließt Heilwasser der nahegelegenen Heilquelle, die den Grundstein für das Haus bildete. Auch während der Mahlzeiten kann dieses kostenfrei abgezapft und am besten in die extra für das Hotel gebrandeten Soulbottle-Flaschen gefüllt werden. Diese Installation fand ich einfach nur großartig und für mich als Viel-Wasser-Trinker perfekt.

Heilwasser Hotel daberer

Ökologische Bauweise

Nachhaltigkeit geht beim daberer aber noch weit über die Küche hinaus. So wurde mit einem Architekten zusammengearbeitet, der sich auf ökologische Bauweise spezialisiert hat. Viel Holz, Naturtextilien sowie schadstofffreie Farben sind nur einige der verwendeten Materialien, die das Verweilen im Hotel nachhaltiger gestalten. Außerdem wurde auf eine bioklimatische Bauweise geachtet und zum Beispiel Lehm-Wände eingesetzt, die Feuchtigkeit sehr gut speichern. So kann im gesamten Haus auf eine Klimaanlage verzichtet werden, ohne dass es sich übermäßig aufheizt. Da ich ein paar Tage bei über 30 Grad vor Ort war, kann ich ein angenehmes Raumklima definitiv bestätigen.
Insgesamt ist das Hotel so ausgerichtet, dass man jederzeit den Blick Richtung Tal genießt – ob von den Zimmern, vom Restaurant oder vom Wellness-Bereich aus.

Der SPA-Bereich

Diverse Saunen, Schwimmbad, Naturteich, weitläufiger Yoga-Raum… hier gibt es alles, was das Herz begehrt. Aufgrund der hohen Temperaturen habe ich den Wellnessbereich allerdings nur wenig genutzt. Das Schwimmbad enthält leider ein wenig Chlor, da es das Kärntener Bäderhygienegesetz so vorschreibt. Aufgrund des überschaubaren Badeaufkommens, ist der Gehalt zum Glück gering.
Wer dennoch ein Problem damit hat, kann auf den Schwimmteich unter freiem Himmel zurückgreifen oder sogar in den Wald hinter dem Haus gehen und einen echten Waldteich mit Krebsen, Fröschen und Fischen planschen. Den Kampf um die beste Liege gibt es hier definitiv nicht. Alles ist weitläufig und man hat viel Raum für sich. Ich war im Hotel, als dieses komplett ausgebucht war. Dennoch sind mir die anderen Gäste aus den insgesamt 44 Zimmern – außer beim Essen – kaum begegnet.
Darüber hinaus gibt es eine finnische Waldsauna, die ich jedem empfehlen kann. Die kleine Hütte etwas abseits des Hotels kann von Nachmittags bis Abends genutzt und auch für romantische Stunden in Zweisamkeit gebucht werden.

Pool Hotel daberer

Außenbecken Schwimmteich

Ein bisschen nachhaltiger Luxus

Qualität hat definitiv seinen Preis. Wer sich aber wirklich mal etwas Gutes tun und in erster Linie Ruhe genießen will, ist beim Bio-Hotel der daberer an der richtigen Adresse. Langweilig wird es dank angebotener Aktivitäten allerdings nicht. Qualität und Service können mit anderen 4-Sterne-Hotels mithalten oder werden sogar übertroffen. Pärchen und Familien mit Kindern kommen hier voll auf ihre Kosten. Mir hat es insgesamt sehr gut gefallen.

Hier findet ihr die Website des Hotels mit vielen weiteren Infos.

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2 Comments

  1. 1

    Vielen Dank für diese Einblicke! Das mit dem Bädergestz ist ja merkwürdig, aber irgendwo auch verständlich. Das mit dem Wasser aus der Quelle finde auch ich super gut, sowas könnte ich auch zuhause gebrauchen 😉

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