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10 Tipps für weniger Plastik im Badezimmer + Checkliste

von Elisabeth

Ich würde sagen, dass ich einen nachhaltigen Lebensstil führe. Schaue ich mir jedoch meinen Müll, der täglich anfällt, an, bin ich von Zero Waste noch meilenweit entfernt. Aber wie bei allem, ist auch das Reduzieren von Müll und insbesondere von Kunststoffen ein Prozess. In der Küche habe ich bereits zahlreiche plastikfreie Alternativen gefunden, worüber ich hier berichtet habe. Aber wie siehts im Badezimmer aus? Meine 10 Tipps für weniger Plastik und mehr Nachhaltigkeit im Badezimmer stelle ich euch heute vor.

Badezimmer plastikfrei und nachhaltig gestalten

Es ist gar nicht schwer sich von unnützem Plastik zu trennen. Schmeißt aber auf keinen Fall noch funktionierende Dinge weg. Ersetzt nur, was nicht mehr funktioniert oder eben Verbrauchsgegenstände. Denn nichts ist weniger nachhaltig, als funktionierende Dinge in den Müll zu geben. Zur Not könnt ihr alte Sachen natürlich auch verkaufen oder verschenken, das gilt nicht nur für ein plastikfreies Badezimmer.

1. Müll reduzieren mit wiederverwertbaren Abschminkpads

Ob zum Abschminken mit Mizellenwasser oder zum gründlichen Nachreinigen mit Gesichtswasser – Wattepads habe ich lange und in großen Mengen verwendet. Zwar habe ich immer zu Bio-Wattepads gegriffen, für deren Anbau keine Pestizide zum Einsatz kommen und die nicht mit Chlor gebleicht werden, aber dennoch fällt mit der Zeit einiges an Müll an. Außerdem werden zum Anpflanzen der Baumwolle große Mengen Wasser benötigt, sodass ein geringerer Verbrauch definitiv wünschenswert ist. Die Alternative sind diese waschbaren Reinigungspads, die ihr immer wieder verwenden könnt.

Bio-Wattepads von Ebelin dm

2. Umwelt schonen mit ökologischen Wasch- und Putzmitteln

Hand aufs Herz: Mit welchen Chemie-Keulen reinigt ihr euer Bad? Dass es keine Chemikalien und aggressiven Tenside braucht, um Waschbecken und Co. sauber zu bekommen, habe ich selbst erst vor ein paar Jahren festgestellt. Wenn ihr stattdessen auf ökologische Waschmittel setzt, tut ihr euch und eurer Umwelt etwas Gutes.

Hier findet ihr ökologisches Waschmittel

3. Alternative Haarwaschmethoden

Na, wie viele Shampoos stehen in eurer Dusche? Seit Jahren verwende ich ausschließlich Naturkosmetik-Shampoos – über die Umstellung darauf, habe ich hier berichtet. Wichtig sind mir milde Tenside, der Verzicht auf umweltschädigendes Silikon und dass die Produkte möglichst ergiebig sind. Wann immer ich es einbauen kann, setze ich aber auf alternative Haarwaschmethoden, wie zum Beispiel auf eine Haarwäsche mit Roggenmehl.

Haare waschen mit Roggenmehl

4. Plastikfrei im Badezimmer mit fester Seife

Ein Badezimmer ohne Flüssig-Handseife? Kann ich mir selbst kaum vorstellen, weshalb ich gerne auf Nachtüll-Produkte setze. Noch besser sind allerdings feste Seifenstücke. Weniger Verpackungsmüll und eine höhere Ergiebigkeit sprechen ganz klar für diese Variante. Beim Kauf solltet ihr darauf achten, dass diese nicht in einer Extra-Plastikverpackung stecken.

5. Badezimmer plastikfrei gestalten mit Stein, Glas & Holz

Für Flüssigseife gibt es Spender aus Glas, ein Seifenstück ruht am besten auf einem Naturstein und auch Holz kann eine nachhaltige und schöne Alternative für Kunststoff sein. Je nachdem, wofür ihr es verwendet, solltet ihr es immer gut trocknen bzw. atmen lassen, sodass kein Schimmel entsteht. Bei Seifenschalen habe ich diesbezüglich weniger gute Erfahrungen gemacht, bei Bürsten aus Holz hingegen schon.

6.  Handtücher aus Bio-Baumwolle

Genau wie bei meiner Bettwäsche und zunehmend immer mehr Textilien, setze ich auch bei Handtüchern auf Produkte aus Bio-Baumwolle und ohne Kunststoff-Fasern. Am besten schaut ihr mal online nach Handtüchern und weiteren Bad-Textilien in Bio-Qualität.Bio Baumwolle Handtuecher kaufen

7. Wasserverbrauch reduzieren

Das leidige Thema: Wer hat schon Lust, während des Duschens den Hahn auszustellen, im Trockenen zu stehen und zu frieren? Ich kann euch sagen: das ist Gewöhnungssache. Ich habe mich auch lange schwer damit getan, reduziere oftmals aber zumindest den Wasserdruck, während ich mir den Kopf einseife oder mir die Beine rasiere. So könnt ihr wunderbar Wasser sparen.

8. Upcycling im Badezimmer: plastikfrei auf Dauer

Wer Kosmetik kauft, kann auf Verpackungen nicht verzichten. Umso besser, wenn man diese später noch weiterverwenden bzw. umfunktionieren kann. Stichwort: Upcycling. Bei den Produkten der Marke Lady Green steht es zum Beispiel auf den Umkartons, dass diese zum Aufbewahren weiterverwendet werden können. So nutze ich leeren Verpackungen zum Beispiel als Aufbewahrung für meine Pinsel. Aber auch die Tiegel von Martina Gebhardt, die aus hochwertigem Opelglas bestehen und viel zu schade zum Wegschmeißen sind, nutze ich nach dem Aufbrauchen der Kosmetik weiter. Ein ehemaliger Creme-Tiegel dient mir mittlerweile als Schmuckdose.

9. Die unsichtbare Gefahr

Neben Kunststoff, der für Verpackungen verwendet wird, gibt es auch zahlreiches Plastik, das man nicht sofort sieht – Mikroplastik. Zum Beispiel wird es in einigen Peelings oder Zahncremes eingesetzt, um unter anderem für eine bessere Reinigungswirkung zu sorgen. Leider gelangt dieses über das Abwasser in unsere Gewässer, wo es Flora und Fauna schadet. Deshalb kommt Mikroplastik bei mir nicht in die Tüte. Die häufigsten Kunststoffe in Kosmetika sind Folgende:

  • Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET)
  • Nylon-12, Nylon-6, Polyurethan (PUR), Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (EVA)
  • Acrylates Copolymer (AC), Acrylates Crosspolymer (ACS), Polyquaternium-7 (P-7)

Das Ausmaß von Mikroplastik könnt ihr euch in dieser Doku ansehen:

10. Ökologische Monatshygiene

Dem Thema Monatshygiene habe ich mich erst kürzlich auf dem Blog gewidmet. Hier könnt ihr nachlesen, welche Gründe für mich ganz klar für Bio-Tampons und gegen konventionelle Produkte sprechen. Ein Aspekt, der ganz klar gegen Tampons – egal ob bio oder nicht – spricht, ist die Müllproduktion. Deshalb sind Menstruationstassen die nachhaltigere Alternative.

Checkliste Plastikfreies Badezimmer

Mit diesen Tipps könnt ihr euer Badezimmer bereits von einem großen Teil Plastik befreien. Natürlich gibt es noch viel mehr zu tun bei jedem Einzelnen. Damit ihr euer Bad auch wirklich plastikfrei bekommt, habe ich euch eine Checkliste erstellt, die ihr euch zur Hilfe nehmen könnt, um euer Bad von unnützen Plastik zu befreien:

  1. Verbrauchsprodukte ohne Plastik
    1. Wattestäbchen aus Papier oder Bambus
    2. Feste Seife zum Händewaschen, Haarewaschen und für den Körper
    3. Deocreme im Glastiegel oder Pappverpackung
    4. Zahnputztabletten aus dem Glastiegel
    5. Zahnseide aus Bienenwachs oder Seide – Vorsicht, nicht vegan!
    6. Rasierhobel statt X-Klingenrasierer, spart auf Dauer viel Geld aufgrund der Klingenpreise
    7. Menstruationstassen statt Tampons, Binden & Co
    8. Waschbare Abschminkpads statt Baumwollpads
    9. Klopapier was nicht in Plastikverpackungen kommt (Unverpacktladen!)
  2. Gebrauchsgegenstände ohne Plastik
    1. Kamm aus Holz oder Harz
    2. Nagelschere komplett aus Edelstahl
    3. Seifenschale aus Stein, Holz, Metall
    4. Zahnbürsten aus Bambus
    5. Pinsel aus Holz oder Bambus, Pinselhaare sind dann aber oft nicht vegan
    6. Handtücher ohne Plastik, am besten mit Leinenanteil
    7. Toilettenbürste aus Holz oder Bambus
    8. Putzmittel aus dem Haushalt – Natron, Zitronensäure, Essig etc. Gibt es alle in Glas und Papierverpackungen
    9. Mülleimer aus Edelstahl, Holz oder Bambus

Ist euer Badezimmer plastikfrei? Was unternehmt ihr, um nachhaltiger zu leben? Eure Tipps könnt ihr gerne in den Kommentaren teilen.

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18 Kommentare

Melanie 17. Mai 2016 - 3:05 pm

Danke für deine Tipps!
Wattepads – wenn auch bio – gehören auch noch zu meinen „Sünden“ im Bad. Ebenso die Zahnpasta.
Richtig hygienisch finde ich die Stoffteile nicht – und selbstgemachte Zahnpasta … ich weiß nicht.
Ich setze auf Verpackung aus Glas und mache so gut es geht alles selbst oder kaufe es lose.
Es gibt auch richtig gute Rezepte für Putzmittel im Netz – günstig und definitiv umweltschonender.
Auf jeden Fall ein interessantes Thema! Liebe Grüße.

Reply
Elisabeth 17. Mai 2016 - 5:02 pm

Hallo Melanie, alles selbst herzustellen, ist natürlich noch besser und nachhaltiger. Ich taste mich da erst langsam heran und möchte noch einiges ausprobieren. Schön, dass du dich auch schon mit dem Thema auseinander setzt.
Liebe Grüße

Reply
Alicia 28. August 2016 - 7:26 pm

Hey 🙂 Ich benutze auch Stoffreste zum Abschminken und wasche die bei 90°C mit meinen Handtüchern. Das klappt super und ist hygienisch! Außer für Nagellack benutze ich noch herkömmliche Wattepads. Aber ich lackiere auch nur noch einmal im Monat meine Fußnägel 🙂

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Stephi 17. Mai 2016 - 3:09 pm

Tolle Tipps dabei! Ich bin auch gerade dabei, meine Lebensstil Zero Waste und vor allem auf weniger Plastik auszurichten. Meine Tipps für weniger Müll im Bad habe ich auf meinem Blog zusammengefasst: http://www.beautynella.de/lifestyle/zero-waste-5-tipps-fuer-weniger-muell-im-badezimmer/

Liebe Grüße!

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Elisabeth 17. Mai 2016 - 5:04 pm

Hallo Stephi, super, dass du deinen Lebensstil auch noch nachhaltiger gestalten willst und danke für deine Tipps!
Liebe Grüße

Reply
Pasadena85 17. Mai 2016 - 6:21 pm

super Artikel !

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Pasadena85 17. Mai 2016 - 6:22 pm

noch vergessen: wiederverwertbare „Wattepads“ gibt es auch von Jemako

Reply
Dagmar 15. August 2017 - 9:09 am

die sind doch aus mikrofaser oder?…. spült dann auch wieder mikroplastik in den „gulli“ – die kann man selber häkeln aus z.b. bio baumwolle mit etwas größerer nadel = weich.

das mache ich – und augenmakeup mit kokosöl und den weichen pads ist ein traum und schont die haut um die augen

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Andrea 17. Mai 2016 - 10:47 pm

Tolle Tipps, danke! Um ehrlich zu sein, traue ich mich an die wiederverwendbaren Wattepads nicht ran. Meine Augenpartie ist mit dem Alter so empfindlich geworden, dass ich bei einem normalen Wattepad immer nur die sanfte Seite verwenden kann. Baumwolle am Auge stelle ich mir grausam vor!
Viele deiner Tipps setze ich seit Langem um, z.B. die Öko-Reiniger. Und ich wäre noch nie im Leben auch nur auf die Idee gekommen, unter der Dusche das Wasser dauerhaft laufen zu lassen… Das wurde mir schon als Kind beigebracht, dass man abdreht beim Einseifen.
Prinzipiell versuche ich immer, überflüssigen Müll zu vermeiden. Da gehört auch die feste Seife dazu, auch wenn mein Freund anfangs gejammert hat. Inzwischen hat er sich daran gewöhnt! 🙂

Reply
Elisabeth 19. Mai 2016 - 10:08 am

Liebe Andrea, super, dass es für dich normal ist, das Wasser beim Duschen auszumachen! Ich weiß aber, dass es für viele keine Selbstverständlichkeit ist. Und Seife zu verwenden ist auch Gewöhnungssache. 🙂
Viele Grüße

Reply
Kerstin 18. Mai 2016 - 10:36 am

Danke für die Tipps. Eine Idee habe ich noch: Wir haben seit langem Mülltrennung auch im Bad. Vielleicht ist das bei anderen eh schon immer so gewesen, aber bei uns gab es früher nur einen Mülleimer im Bad mit dem Ergebnis, dass am Ende alles in den Restmüll musste. Jetzt können Wattepads (ja, ich weiß…), Haare usw. in den Komposteimer. Papier in den Papierkorb, Plastik in den gelben Sack und dann gibt es eigentlich kaum noch Restmüll. Dann finde ich es auch wichtig bei Toilettenpapier auf recyceltes Materieal umzustellen.

Reply
Elisabeth 19. Mai 2016 - 10:09 am

Hallo Kerstin, toller Tipp! Ich denke, die meisten Menschen trennen ihren Müll im Badezimmer nicht. Toilettenpapier aus recycelten Materialien nutze ich ebenfalls. Lg

Reply
Fliegenpilz 8. Juni 2017 - 3:00 pm

Was haben bloß immer alle mit Wattepads? Ich habe die noch nie in meinem Leben benutzt. Ich tusche mir die Wimpern, nutze Kajal und Concealer. Ich schminke mich nicht extra ab, sondern wasche mir ganz normal abends und morgens das Gesicht mit Seife und meinen Händen. Klappt wunderbar.

Reply
Gana 8. Juni 2017 - 4:30 pm

Die Argumentation höre ich auch oft, das klappt aber nicht bei allen wunderbar und deswegen mag es jeder anders 🙂 wie eben bei allen Dingen im leben. Ist doch gut, dass hier eine alternative geboten wird

Reply
Elisabeth 8. Juni 2017 - 5:04 pm

Sehe ich auch so! 🙂

Reply
Katharina 8. Juni 2017 - 5:42 pm

Ich habe auch waschbare Wattepads und ebenso waschbare „Feuchttücher“ für mein Baby, aus bio-bambusfrottee…auch luftgetrocknet angenehm weich.
Handgemacht von Katjuscha. Absolut zu empfehlen. Kommen in einem hübschen Stoffbeutelchen, dessen Stoff man selber aussuchen kann und der dann auch noch hübsch aussieht im Bad

Reply
Elisabeth 8. Juni 2017 - 10:16 pm

Super Tipp, danke dir!

Reply
Mara 6. September 2018 - 2:08 pm

Hey!
Zum Thema „rasieren“: Benutzt du einen Rasierhobel und wenn ja welche Erfahrung hast du damit gemacht? Auf dem Bild sieht es so aus. Wo hast du diesen gekauft? Welche Produkte verwendest du? Gerne auch einen Blogbeitrag dazu.

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