Naturkosmetik

Die Frau hinter der Biokosmetik mysalifree: Ulrike Ischler im Interview

Dass ich liebend gerne Produkte von kleinen Manufakturen verwende, dürfte meinen Stammlesern bereits aufgefallen sein. Ich finde es einfach spannend Nischenmarken zu entdecken und sinnvoll diese zu unterstützen. Gründe gibt es dafür mehr als genug – sei es das Teilen der Unternehmensphilosophie des Gründers oder auch das Entdecken besonderer Rohstoffe. Eine Marke, bei der diese und viele weitere Aspekte zusammenkommen, ist mysalifree, die bereits mehrfach Erwähnung auf dem Blog gefunden hat. Da ich die Biokosmetik uneingeschränkt empfehlen kann, ist es allerhöchste Zeit, euch die Person hinter der Marke vorzustellen: Ulrike Ischler.

Ulrike Ischler mysalifree Interview

Liebe Ulrike, stell dich meinen Lesern doch bitte erst einmal kurz vor. Wer bist du und was machst du?

Hallo Elisabeth, sehr gerne. Ich bin 56 Jahre alt und verheiratet. Ich habe einen Sohn, der 21 Jahre alt ist und Politikwissenschaften studiert und einen 23-jährigen Patchwork-Sohn, der BWL studiert. Ich bin in Kärnten geboren, gelernte Betriebswirtin und wohne jetzt im Wiener Wald in Niederösterreich. Insgesamt bin ich schon 17x umgezogen und habe etwa 10 Jahre in Deutschland gelebt. München, Dresden und ein kleiner Ort zwischen Frankfurt und Wiesbaden gehörten dazu. Seit etwa 17 Jahren bin ich zurück in Österreich. 

Lange war ich bei einer Pharmafirma tätig und später Geschäftsführerin einer Unternehmensberatung. Auf Grund einer chronischen Krankheit musste ich dies allerdings aufgeben. Bis man überhaupt darauf gekommen ist, wobei es sich dabei handelt, hat es natürlich einige Zeit gedauert. Zu diesem Zeitpunkt war nicht klar, ob ich überhaupt noch einmal einsatzfähig sein werde. Eine spezielle Therapie hat mir allerdings sehr gut geholfen. Bestandteil der Therapie war es, auf bestimmte Inhaltsstoffe in Kosmetik zu verzichten. Denn diese haben wiederum die Wirkung meines Medikaments blockiert. Zu den Haupt-Inhaltsstoffen, die ich meiden sollte, gehörten Salicylate. Leider sind diese allerdings ist fast allen Kosmetikprodukten enthalten.

Was genau sind denn Salicylate und was ist problematisch an ihnen?

Salicylate sind die Salze der Salicylsäure, die in fast allen Pflanzen enthalten ist – zum Beispiel in deren Blättern oder Wurzeln. In nur wenigen Pflanzen ist der Stoff nicht enthalten, darunter Reis, der ja einen wichtigen Bestandteil unserer Kosmetik darstellt. In Pflanzen dienen Salicylate zur Abwehr von Mikroorganismen, weshalb sie auf gewisse Weise reizen müssen. Das ist genau das Problem: Es handelt sich um eine reizende Substanz mit Alllergiepotential. In Kosmetik ist sie deshalb nur in einer Konzentration bis zu 0,5 Prozent erlaubt. Enthalten ist sie allerdings in rund 90% der Kosmetik – in Naturkosmetik zum Teil durch die ätherischen Öle. Auch pure Öle können Salicylate enthalten. 

Wie kann es dann sein, dass ihr trotzdem salicylathaltige Öle verwendet?

Gute Frage. Genau bei diesem Punkt sind auch einige Kunden verwirrt, weshalb ich gerne näher darauf eingehe: Als wir angefangen haben, unsere Kosmetik zu entwickeln, haben wir vor allem auf Maiskeimöl und Reiskeimöl gesetzt, die frei von Salicylaten sind. Ich wollte aber noch mit weiteren Ölen arbeiten, was sich als etwas problematisch herausgestellt hat, da nur wenige Öle wirklich frei von Salicylaten sind. Gelungen ist es uns dann doch dank einer besonderen Gewinnungsmethode, nämlich der CO2-Extraktion. Durch diese sehr schonende Methode, bei der die Öle auf maximal 32 Grad erwärmt werden, können die Salicylate extrahiert werden. Durch die CO2-Extraktion können wir also garantieren, dass all unsere verwendeten Öle salicylatfrei sind. Allein durch Kaltpressung wäre dies nicht möglich. 

Wieso mysalifree? Was verbirgt sich hinter dem Namen?

Mir war einfach wichtig, dass man auf den ersten Blick erkennen kann, dass unsere Kosmetik salicylatfrei ist. Das ist unser ganz großer USP. Weltweit gibt es übrigens keine Marke, die sowohl saliciyatfrei als auch biozertifiziert ist.

Welche Produkte habt ihr bisher im Sortiment und was sind die Bestseller?

Inzwischen haben wir 13 Produkte – sowohl zur Pflege als auch zur Reinigung. Die Reinigungsprodukte umfassen Shampoo, Duschgel und Reinigungslotion.
Bei den Pflegeprodukten haben wir eine Körperlotion mit dezentem Kaffeeduft. Für die Gesichtspflege gibt es inzwischen einiges: eine leichtere Gesichtscreme als Tagespflege, eine reichhaltige Nachtcreme, die man natürlich auch am Tag verwenden kann, wenn man das Gefühl hat, etwas mehr Pflege auftragen zu müssen. Dann haben wir noch das Pflegeöl, das nur aus drei Komponenten besteht: Reiskeimöl, Maiskeimöl und Vitamin E. Das Pflegeöl ist die beste Variante, für alle, die quasi überhaupt nichts vertragen – also auch für Menschen mit Neurodermitis oder für Kinder. In unserem Sortiment finden sich außerdem ein pflegender Lippenbalsam und ein Augenbalsam. Alles bio und co2-extrahiert. Seit diesem Jahr haben wir zwei Neuheiten: das Anti-Aging Gesichtsöl und die Gesichtscreme Rich.

mysalifree Duschgel, Shampoo & Reinigung

Gut, dass du die Neuheiten ansprichst. Ich habe diese ja bereits getestet und auf dem Blog vorgestellt. Aber was hat dich eigentlich zu deren Entwicklung bewogen?

Unsere Produkte sind alle duftstofffrei. Was man allerdings riecht, sind die Eigengerüche der einzelnen Rohstoffe – zum Beispiel Reis und Mais. Insbesondere für Menschen, die von klassischer Kosmetik auf Naturkosmetik umstellen, ist das gewöhnungsbedürftig. Viele unserer Kunden lieben diese natürlichen Gerüche, aber der eine oder andere tut sich doch etwas schwer. Auch diesen Kunden wollten wir gerne gerecht werden. Neben der Duft-Komponente war uns auch die Anti-Aging-Komponente wichtig, weshalb wir neben Kaffee und Kokos auch auf Granatapfelöl setzen. 

Welche Inhaltsstoffe verwendet ihr außerdem?

Die Basis all unserer Produkte stellt Reiskeimöl dar – in Bio-Qualität und Co2-extrahiert. Dieses bietet eine tolle Fettsäurezusammensetzung – ganz ähnlich dem beliebten Arganöl. Außerdem ist es extrem gut verträglich, leicht, zieht schnell ein und hinterlässt keinen Fettfilm auf der Haut. Im Vergleich dazu ist Kokosöl etwas fettiger aber ebenfalls schnell einziehend. Granatapfelöl nutzen wir als Anti-Aging-Komponente. Borretsch- und Nachtkerzenöl sind ebenfalls sehr hochwertig und extrem gut verträglich und wirken sich positiv auf die Haut aus. Gerade Nachtkerzenöl wird gerne bei zahlreichen Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Rosacea verwendet. Reine Fette wie Kakaobutter, Sheabutter und Mangobutter nutzen wir ebenfalls. Hinzu kommen Stoffe wie pflanzliches Glycerin und natürliches Tocopherol. 

Du betonst immer wieder, dass eure Rohstoffe aus biologischem Anbau stammen. Leider ist das ja auch bei Naturkosmetik nicht selbstverständlich und wird meiner Meinung nach noch viel zu selten thematisiert. Wieso ist dir Bio-Qualität so wichtig?

Durch meinen gesundheitlichen Zustand muss ich gut auf mich Acht geben. Vor einigen Jahren habe ich deshalb meine Lebensweise umgestellt, ernähre mich gesund und achte auf Bio-Qualität. Aber es ist natürlich unlogisch, bio zu essen, sich aber gleichzeitig Chemie auf die Haut zu schmieren. Während bei der Ernährung noch einiges über die Leber und den Magen-Darmtrakt ausgeschieden wird, gelangen über die Haut Wirkstoffe sehr direkt ins Blut. Pestizide möchte ich so oder so nicht im Körper haben. 

Genau genommen handelt es sich bei mysalifree also um Biokosmetik?!

Genau. Bio ist in Österreich ein geschützter Begriff. All unsere Produkte sind nach dem Österreichischen Lebensmittelbuch ÖLMB zertifiziert.

Was für Menschen verwenden eure Produkte?

Hauptsächlich sind das Personen, die Wert auf Nachhaltigkeit, Gesundheit und Bio-Qualität legen – die sogenannten Lohas. Die große uninformierte Masse, die Kosmetik für unter 1 Euro kauft, gehört nicht dazu. Viele unserer Kunden sind informiert und schauen genau hin, ob wirklich bio drin ist. Und natürlich sind auch Personen mit empfindlicher Haut dankbar für unsere Kosmetik. Inzwischen hat fast jeder Dritte eine Kontaktallergie, zu denen auch die Duftstoffallergie zählt. Diese erschreckende Zahl wird leider immer mehr und betrifft sogar Kinder. Genau diesen Menschen können wir mit unseren Produkten Gutes tun.

mysalifree lipbalm

mysalifree feiert gerade dreijähriges Jubiläum – herzlichen Glückwunsch dafür! Gibt oder gab es auch Hürden auf dem Weg bis hierher?

Insgesamt braucht man einen langen Atem und auch viel Mut so ein Unternehmen aufzubauen. Wir haben schon sehr viel Geld und Zeit ins Unternehmen gesteckt und einfach ist es sicher nicht. Der Kosmetikmarkt ist sehr umkämpft und bekannt wird man nicht von heute auf morgen. Aber wir sind auf einem guten Weg. Zum Beispiel haben wir erst kürzlich unsere Website überarbeitet und auch unsere Etiketten erneuert. Eine aktuelle Hürde, die wir zum Glück gemeistert haben, war die Listung unserer Produkte bei Amazon

Was motiviert dich, immer weiter zu machen?

Trotz der Hürden habe ich viel Spaß an der Sache. Ich finde es einfach spannend, mich in Dinge hineinzuarbeiten und daran zu wachsen. Vor Augen habe ich aber immer das Ziel, hochwertige Kosmetik anzubieten und Menschen damit zu helfen. Produkte zu entwickeln, die transparent sind und denen man vertrauen kann, ganz ohne schummeln, ist mir sehr wichtig und treibt mich an. Und natürlich möchte ich auch irgendwann davon leben können.

Kannst du meinen Lesern und mir schon verraten, was für die Zukunft geplant ist?

Ich habe viele Ideen und Pläne. Nächstes Jahr wird es nochmal etwas Neues geben, aber dazu möchte ich noch nichts verraten. Ein persönlicher Wunsch wäre eine eigene Baby- oder Kinderpflege zu entwickeln. Denn gerade in diesem Bereich weiß ich, dass nicht so viel Gutes auf dem Markt vorhanden ist. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Und zum Schluss: Was machst du – unabhängig von der Verwendung deiner Naturkosmetik – um deiner Haut Gutes zu tun?  

Ich ernähre mich sehr bewusst und trinke sehr viel. Wenn die Zeit es zulässt, bewege ich mich viel an der frischen Luft. Außerdem vermeide ich die pralle Sonne. Jetzt in der kälteren Jahreszeit schätze ich Dampfbäder sehr und gehe im Winter gerne in die Sauna oder in die Schwefel-Therme. Das tut meiner Haut extrem gut. Wenn meine Haut mal sehr trocken ist, wende ich auch schonmal Layering an und verwende Creme und Öl übereinander. Ansonsten ist weniger definitiv mehr.

Vielen Dank für das interessante Interview.

Fotos: mysalifree

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4 Comments

  1. 1
  2. 3

    Hallo Elisabeth,
    ein ganz toller Bericht über eine tolle Frau und ihre Produkte.
    MySalifree verwende ich auch sehr gerne und ich empfehle sie auch gerne weiter, da sie wirklich super sind, auch bei Problemhäuten.
    Herzliche Grüße,
    Annette

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