Tamanuöl taucht in den letzten Jahren immer häufiger in Hautpflegeroutinen, Naturkosmetik und DIY-Rezepten auf. Das dunkelgrüne Öl aus den Samen des Tamanu-Baums wird traditionell in Polynesien verwendet und findet nun seinen Weg in moderne Pflegeprodukte. In diesem Artikel erfahrt ihr, wo Tamanuöl herkommt, was darin steckt, wie ihr es sinnvoll anwendet, worauf ihr beim Kauf achten könnt – und in welchen Fällen Vorsicht angesagt ist.
Was ist Tamanuöl?
Tamanuöl wird aus den Samen des Baumes Calophyllum inophyllum gewonnen, der in tropischen Küstenregionen von Ostafrika über Südostasien bis in den Pazifik beheimatet ist. In der Region ist der Baum unter Namen wie „Kamani“, „Foraha“ oder „Beauty Leaf“ bekannt, das Öl selbst hat eine lange Tradition in der lokalen Hautpflege.
Für die Herstellung werden die Kerne der reifen Früchte getrocknet, anschließend gepresst und je nach Qualitätsanspruch filtriert oder weiter raffinert. Das Ergebnis ist ein grünliches, relativ zähflüssiges Pflanzenöl mit charakteristischem, nussig-würzigem Geruch, das vor allem äußerlich auf der Haut verwendet wird.

Botanik und Gewinnung
Der Tamanu-Baum (Calophyllum inophyllum)
- immergrüner Baum, bis zu 20 m hoch
- dicke, ledrige Blätter und weiße Blüten
- bildet runde Steinfrüchte mit einem ölreichen Kern
Aus den Kernen wird Tamanuöl gewonnen. Ein ausgewachsener Baum liefert – je nach Standort – nur wenige Kilo Öl pro Jahr, was erklärt, warum reines Öl eher hochpreisig ist.
Herstellungsschritte
- Ernte und Trocknung
Die reifen Früchte werden gesammelt, die Kerne herausgelöst und mehrere Wochen getrocknet, bis sie dunkel und hart sind. - Pressung
- Kaltgepresst: mechanisch, ohne zusätzliche Hitze, mit möglichst schonender Behandlung der Inhaltsstoffe.
- Raffiniert: das Öl wird anschließend weiter gereinigt, geruchlich und farblich „entschärft“.
- Filtration & Abfüllung
Hochwertiges Tamanuöl wird gefiltert und in dunkle Glasflaschen abgefüllt, um es vor Licht und Oxidation zu schützen.
Wenn ihr ein „Tamanu Öl bio kaltgepresst“ kauft, handelt es sich in der Regel um ein Öl, das aus kontrolliert biologischem Anbau stammt und ohne zusätzliche Hitze gewonnen wurde – eine gängige Wahl für Naturkosmetik und DIY-Rezepte.
Inhaltsstoffe von Tamanuöl – was steckt drin?
Chemisch betrachtet gehört Tamanuöl zu den pflanzlichen Ölen mit einem relativ komplexen Profil aus Fettsäuren und sogenannten „Begleitstoffen“.
Fettsäuren
Dominant sind vier Fettsäuren:
| Fettsäure | grober Anteil | Einordnung in der Hautpflege* |
| Linolsäure (Omega-6) | ca. 35-40 % | eher leicht, unterstützt Barrierelipide |
| Ölsäure (Omega-9) | ca. 30-35 % | reichhaltig, macht das Öl gut spreitfähig |
| Stearinsäure | ca. 10-15 % | festere, schützende Komponente |
| Palmitinsäure | ca. 10-15 % | stabilisiert die Textur, leicht okklusiv |
*Einordnung nach gängiger kosmetischer Fachliteratur, nicht als Wirkversprechen zu verstehen.
Diese Mischung erklärt, warum Tamanuöl sich gleichzeitig reichhaltig und doch nicht völlig „schwer“ anfühlt – es bildet einen spürbaren Film, zieht aber bei sparsamer Dosierung meist gut ein.
Begleitstoffe
Neben den Fettsäuren enthält Tamanuöl:
- Neoflavonoide und andere Polyphenole – antioxidativ wirksame Pflanzenstoffe
- Resinöse (harzartige) Bestandteile – sollen unter anderem zur besonderen Textur und dem dunklen Grün beitragen
- natürliche Tocopherole (Vitamin E) in kleineren Mengen
Labordaten und Zellstudien deuten darauf hin, dass Auszüge aus Tamanuöl entzündungshemmende, antioxidative und wundheilungsfördernde Effekte haben können.
Diese Ergebnisse stammen jedoch überwiegend aus In-vitro- oder Tiermodellen. Was das im Detail für die tägliche Hautpflege bedeutet, ist noch Gegenstand der Forschung und lässt sich nicht 1:1 auf einzelne Produkte oder Personen übertragen.
Tamanuöl in der Hautpflege
Hauttypen & typische Einsatzbereiche
Tamanuöl wird in der Naturkosmetik vor allem eingesetzt für:
- trockene, strapazierte Haut (z. B. an Schienbeinen, Ellbogen, Fersen)
- reife Haut, die zu Trockenheitsfältchen neigt
- lokale Pflege bei beanspruchten Hautstellen, etwa alten Narben oder verhornter Haut
- punktuelles Auftragen bei unruhigen Hautpartien, z. B. Mischhaut mit einzelnen Unreinheiten
Wichtig: Tamanuöl ist vergleichsweise reichhaltig und kann für sehr fettige oder stark zu Akne neigende Haut zu okklusiv sein. In Erfahrungsberichten („Tamanu Öl Akne Erfahrung“) finden sich sowohl positive als auch negative Rückmeldungen – ein Hinweis darauf, wie individuell die Reaktion der Haut ausfallen kann.
Pur oder gemischt?
Reines Tamanuöl ist intensiv: in Farbe, Geruch und Textur. Viele Anwender nutzen es deshalb:
- punktuell pur, z. B. auf einer kleinen Narbe oder rauen Stelle
- verdünnt in einem Basisöl, etwa Jojoba-, Squalan- oder Traubenkernöl
Beliebt sind z. B. Mischungen mit 5-20 % Tamanuöl in einer selbst zusammengestellten Gesichts- oder Körperöl-Mischung. So lässt sich das Öl in eine Routine integrieren, ohne dass Geruch oder Konsistenz dominieren.
Anwendung – so integriert ihr Tamanuöl in eure Routine
Ein paar grundsätzliche Tipps zur praktischen Nutzung:
- Patch-Test
Vor der ersten Anwendung 1–2 Tropfen in der Armbeuge testen und 24–48 Stunden abwarten. So könnt ihr einschätzen, wie eure Haut reagiert – gerade bei empfindlicher oder zu Allergien neigender Haut sinnvoll. - Dosierung
- Gesicht: meist reichen 1–3 Tropfen (pur oder in Mischung) auf leicht feuchter Haut.
- Körper: je nach Größe des Areals entsprechend mehr, idealerweise in die noch leicht feuchte Haut nach dem Duschen einmassieren.
- Reihenfolge in der Routine
Tamanuöl kommt – wie andere Öle – nach wässrigen Produkten (Toner, Serum) und kann als Abschluss über einer leichten Creme oder statt einer klassischen Nachtpflege verwendet werden. - Kombinationen
Gut ergänzen lässt es sich z. B. mit:- Jojoba- oder Squalanöl (leichtere Textur)
- einem Feuchtigkeitsserum mit Hyaluron oder Aloe Vera
- einfachen, parfümfreien Cremes als „Basis“
Von innerlicher Einnahme wird im kosmetischen Kontext in der Regel abgesehen; hier steht eindeutig die äußere Hautpflege im Vordergrund.
Tamanu Öl kaufen – Qualität erkennen
Ob ihr Tamanuöl im Bioladen, in der Apotheke, online oder in der Drogerie (Stichwort „Tamanu Öl dm“ oder „Tamanu Öl Rossmann“) sucht – ein Blick auf Etikett und Produktbeschreibung lohnt sich.
Wichtige Qualitätskriterien
- Reine Deklaration
Auf der INCI-Liste sollte „Calophyllum Inophyllum Seed Oil“ oder eine gleichwertige Bezeichnung stehen. Bei Mischungen ist der Anteil des Öls oft schwer erkennbar. - Bio-Qualität
Ein „Tamanu Öl bio“ oder „Bio Tamanu Öl“ trägt ein entsprechendes Siegel (z. B. EU-Bio) – ein Hinweis auf kontrollierten Anbau und den Verzicht auf bestimmte Pflanzenschutzmittel. - Kaltgepresst & unraffiniert
„Tamanu Öl bio kaltgepresst“ oder „native“ Varianten behalten mehr Begleitstoffe und den typischen Duft. Raffinierte Öle sind milder im Geruch, dafür häufig weniger charakteristisch in Farbe und Zusammensetzung. - Verpackung
Dunkle Glasflasche, gut schließender Verschluss, kleine Gebinde (z. B. 10–30 ml) – so bleibt das Öl stabil und oxidiert nicht zu schnell. - Transparente Herkunft
Angaben zu Herkunftsland, Analysezertifikaten oder Qualitätskontrollen sind ein Pluspunkt – insbesondere, wenn ihr Tamanuöl online kaufen möchtet.
Preis & Erwartungen
Reines Tamanuöl ist ein eher kostbares Öl. Sehr günstige Angebote können auf stark gestreckte Mischungen oder minderwertige Ware hinweisen. Gleichzeitig ist ein hoher Preis kein Garant für Qualität – die oben genannten Kriterien helfen bei der Einordnung besser als der Blick auf den Preis allein.
Verträglichkeit, Allergien & Sicherheit
Tamanuöl wird aus den Samen (Nüssen) des Baumes gewonnen. Für Menschen mit bekannten Nussallergien ist daher besondere Vorsicht angesagt; im Zweifel kann ein Allergietest oder ärztlicher Rat sinnvoll sein.
In der Fachliteratur sind Einzelfälle von allergischer Kontaktdermatitis durch Tamanuöl beschrieben. Das unterstreicht, wie wichtig ein behutsamer Einstieg ist – auch wenn viele Anwender das Öl problemlos vertragen.
Worauf ihr achten solltet:
- Rötungen, Brennen oder Juckreiz nach dem Auftragen
- kleine Bläschen oder Ekzeme an der Auftragestelle
- Verschlechterung bestehender Hautprobleme
Treten solche Symptome wiederholt auf, sollte das Produkt abgesetzt und bei Bedarf dermatologischer Rat eingeholt werden.
Wie bei allen konzentrierten Pflanzenölen gilt: Tamanuöl ersetzt keine ärztliche Behandlung von Hauterkrankungen. Es kann eine Pflegeroutine ergänzen, aber nicht eigenständig medizinische Therapien ersetzen.
FAQ – Häufige Fragen zu Tamanuöl
Was ist Tamanuöl genau?
Tamanuöl ist ein dunkelgrünes Pflanzenöl, das aus den Samen des Baumes Calophyllum inophyllum gepresst wird. Es wird traditionell in tropischen Regionen zur Pflege von Haut und Haar verwendet und heute vor allem in Naturkosmetik eingesetzt.
Wofür wird Tamanuöl in der Hautpflege genutzt?
Meist kommt es punktuell für strapazierte oder trockene Hautstellen, in Ölmischungen für reife Haut oder in selbstgemachten Pflegeölen zum Einsatz. Viele Anwender berichten in Tamanu Öl Erfahrungsberichten von individuellen Erfahrungen – von sehr positiven Rückmeldungen bis hin zu Unverträglichkeiten.
Ist Tamanuöl komedogen?
Aufgrund seines Fettsäureprofils und der reichhaltigen Textur gilt Tamanuöl eher als mittel bis eher stärker komedogen. Das bedeutet: Bei sehr fettiger, zu Mitessern neigender Haut kann es Probleme machen, bei normaler oder trockener Haut muss das nicht der Fall sein. Ein vorsichtiger Test auf kleiner Fläche ist sinnvoll.
Wie oft kann man Tamanuöl anwenden?
Eine starre Regel gibt es nicht. Viele nutzen das Öl ein- bis mehrmals pro Woche, manche täglich – meist in geringer Menge oder in einer Mischung. Wichtig ist, auf die Reaktion der eigenen Haut zu achten und bei Irritationen eine Pause einzulegen.
Wo kann man Tamanuöl kaufen?
Ihr findet Tamanuöl vor allem in Naturkosmetik-Shops, Apotheken, Reformhäusern und online. In einigen Drogerien tauchen gelegentlich Produkte mit Tamanuöl als Bestandteil auf. Wenn ihr Tamanuöl kaufen möchtet, achtet auf Angaben zu Bio-Qualität, Kaltpressung und eine klare Deklaration.
Was ist der Unterschied zwischen Tamanuöl und anderen Pflegeölen?
Im Vergleich zu leichten Ölen wie Jojoba oder Squalan ist Tamanuöl deutlich intensiver im Duft, reichhaltiger und harziger in der Textur. Viele nutzen es deshalb nicht als alleiniges Gesichtsöl, sondern gezielt in kleinen Mengen oder als „Booster“ in Mischungen.
Kann man Tamanuöl auch innerlich anwenden?
Im kosmetischen Bereich wird Tamanuöl ausschließlich zur äußeren Anwendung empfohlen. Für innerliche Anwendungen sind weder Sicherheit noch Nutzen ausreichend untersucht – hier sollte ohne klare Datenlage keine Selbstmedikation erfolgen.
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1 Kommentar
Guten Abend! Ich heisse Rakawina Fani!
Ich wollte fragen wegen dem Taman öl in bio Qualität! ohne parabene ohne tenside usw! Ich habe das Tamanu öl auch in dein youtu.be video gesehen und der link führt zu Amazon! Das eine Tamanu öl von Amazon das Fläschchen war schwarz! Und hier ist das Tamanu öl anders von vorne von Bild her! Haben beide die gleiche Wirkung? das von Amazon und das hier sind die die selben ?welchen soll ich jetzt kaufen? das von Amazon oder das von diese Seite hier? Ich hoffe es hilft meinen unterlagerungen im gesicht zu verbessern ! Verhornte haut , grosse Poren, kleine knoten,kleine narben (spät akne) ich glaube keratosis pilaris sind unterlagerungen ! Welche Tamanu öl soll ich kaufen ? und ich sah die Fruchtsäure maske AHA mit maca…mein frage ist bei empfindliche akne haut bekomme ich Ausschlag? ich hoffe ich Vertrage es und mein unterlagerungen verschwinden ..ich überlege nicht das ich es nicht vertrage die aha maske …
mit freundlichen Grüßen
Rakawina Fani