Unterwegs

Willkommen auf der grünen Insel: Mein Martinique Reisebericht

Ende des Jahres musste eine kleine Auszeit vom Alltag her. Kurzerhand haben mein Freund und ich entschlossen, für zwei Wochen in die Karibik – genauer gesagt nach Martinique – zu reisen. Die Entscheidung fiel super spontan, nachdem wir auf ein gutes Flugangebot gestoßen sind. Was wir unternommen haben, welches die schönsten Strände sind sowie meine persönlichen Tipps und Highlights, lest ihr in diesem Martinique Reisebericht. Zum Schluss findet ihr noch eine Karte mit meinen Empfehlungen in gebündelter Form. Viel Spaß beim Lesen.

Martinique Reisebericht

Die Insel Martinique

Martinique liegt mitten in der Karibik und gehört zu Frankreich. Alle Annehmlichkeiten – wie das Bezahlen in Euro, das Telefonieren im heimischen Netz, und ein recht westlicher Lebensstil erwarten euch also auch auf der Insel. Dementsprechend müsst ihr auch mit französischen (also deutlich höheren) Kosten, als auf anderen (Karibik-)Inseln rechnen. Den Lebensstandard der Einheimischen würde ich als einfach, aber keinesfalls als ärmlich beschreiben, sodass man sich zum Thema Kriminalität keine Gedanken machen muss – was für mich vor jeder Reise eine Rolle spielt (natürlich gibt es – wie überall – solche und solche Viertel). Gedanken machen sollte man sich lieber um seine Französischkenntnisse, da nur wenige Einheimische englisch sprechen und auch die meisten Touristen aus Frankreich kommen.

Fortbewegung & Unterkünfte

Da Frankreich ziemlich viel Geld in die Karibikinsel pumpt, wundert es nicht, dass ein Großteil der Straßen sehr gut ausgebaut ist. Es gibt eine Art Stadt/Insel-Autobahn, die rund um Martinique führt. Öffentlichen Nahverkehr gibt es – bis auf ein paar wenige Busse – nicht, sodass man unbedingt ein Auto mieten muss. Es sei denn, man möchte seinen Urlaub lediglich in der Hauptstadt Fort-de-France (die nicht sonderlich sehenswert ist) oder an einem der Strände verbringen und nicht auf Entdeckungstour gehen, was allerdings wärmstens zu empfehlen ist, da die Insel einiges zu bieten hat. Die gängigen Autovermietungen sind direkt am Flughafen ansässig, wo das Mieten unkompliziert und zu fairen Preisen möglich ist.

Übernachtet haben wir sehr günstig in AirBnB-Unterkünften sowie ein paar Tage in einem Hotel, in dem wir auch eine Küche hatten.

Hier habe ich einen 30 Euro-Gutschein für AirBnB für euch, wenn ihr euch auf der Plattform registriert.

Hier findet ihr das Hotel, in dem wir ein paar Tage verbracht haben und das ich euch sehr empfehlen kann.

Das Essen

Ich habe die Reise fast ausschließlich positiv in Erinnerung, lediglich beim Essen hatte ich hin und wieder meine Schwierigkeiten. Denn in den Restaurants werden meistens Reis und Salat zusammen mit Fisch oder Fleisch serviert. Wer auf Martinique vegetarisch oder gar vegan essen möchte, wird echte Probleme bekommen. Auch das Angebot an regionalem Gemüse ist überschaubar – hallo Kochbananen und Kürbis – sodass man bei einer pflanzlichen Ernährung definitiv den Kohlenhydrat-Overload bekommt. Ich habe es so gehandhabt, dass ich öfters Fisch gegessen habe, der hier frisch aus dem Meer kommt. Bei der Herkunft des Fleisches war ich mir hingegen nicht immer sicher, weshalb ich dieses auch gemieden habe. Da der Fisch hier aus freiem Fang und nicht aus Aquakultur stammt und durch den Kauf kleine Fischer vor Ort unterstützt werden und Fisch ja prinzipiell ein gesundes Lebensmittel ist, habe ich mehrmals zu Thunfisch und Co. gegriffen.

Da es in all unseren Unterkünften eine Küche gab, haben wir auch regelmäßig selbst etwas zubereitet – insbesondere das Frühstück. Dazu haben wir entweder auf Märkten oder im Bioladen La Die Claire in der Hauptstadt Fort-de-France eingekauft. Die hohen Lebensmittelkosten sorgten von Anfang an für eine Überraschung, die Preise im Bioladen haben aber nochmal alles getoppt. Für eine Packung Müsli wurden schnell 9 Euro und für einen halben Liter Macadamiamilch 3,50 Euro fällig. Im Restaurant wird man zu zweit gerne mal 60 Euro los. Wer auf Martinique gut essen möchte, muss dafür definitiv tief in die Tasche greifen.

Gegrillte Languste

Shopping – Bio-Produkte, Naturkosmetik & Selbstgemachtes

Wie bereits erwähnt, haben wir einiges auf Märkten eingekauft. Dort findet ihr allerlei Regionales und Selbstgemachtes. Empfehlen kann ich euch zum Beispiel den überdachten Markt Grand Marche in der Hauptstadt Fort-de-Frances, wo ihr neben selbstgerührter Kosmetik und selbstgebranntem Schnaps auch Vanilleschoten, diverse Sorten Maracujas und anderes Obst und Gemüse bekommt.

Im Norden der Insel habe ich das kleine Geschäft L’Atelier Vert entdeckt, wo es ebenfalls so einiges an natürlichen Seifen und Ölen zu kaufen gibt. Aber auch tollen handgefertigten Schmuck aus Naturmaterialien sowie Deko und Gewürze bekommt ihr in dem kleinen Laden.

Den bereits erwähnten Bioladen La Vie Claire kann ich ebenfalls empfehlen – insbesondere, wenn man speziellere Produkte wie glutenfreie Speisen, veganes Essen, spezielle Säfte, diverse Pflanzenmilch oder eine schöne Auswahl an Naturkosmetik sucht. Sogar das dekorative Sortiment von Dr. Hauschka hat es hierher geschafft. Ansonsten findet ihr dort überwiegend französische Naturkosmetik-Marken wie Cattier, Jonzac und Melvita. Alle drei Geschäfte findet ihr noch einmal unten in der Map.

Elisabeth Green

Bio-Produkte und Naturkosmetik kaufen auf Martinique

Top 3 Strände auf Martinique

Die Insel ist umgeben von wunderschönen und vielseitigen Stränden. Wer vor Ort ist, sollte sich die folgenden drei unbedingt vormerken:

1. Anse Couleuvre

Im Norden der Westküste liegt ein wunderschöner Strand, den ich persönlich als Geheimtipp nennen würde: Anse Couleuvre. Dieser ist verhältnismäßigßig klein und versteckt, sodass man ihn nur über einen etwa fünfminütigen Marsch durch den Urwald erreichen kann. Dementsprechend wenig frequentiert ist es hier auch. Das Besondere: Der Sand ist fein und zugleich schwarz gefärbt. Dieses Naturschauspiel ist dem Ausbruch des nahegelegenen Vulkans Montagne Pelée vor über 100 Jahren zu verdanken und an mehreren Stränden im Norden vorzufinden. Tipp: Unbedingt genügend Verpflegung mitnehmen und vor Sonnenuntergang auf den Heimweg machen, da es hier weder Essens-Angebote noch Beleuchtung gibt.

Anse Couleuvre

Schwarzer Strand Martinique

Anse Couleuvre Martinique

2. Le Diamant

Der im Süden gelegene fast 4 Kilometer lange Sandstrand Le Diamant hat es mir persönlich ebenfalls sehr angetan. So hohe Wellen wie es hier gibt, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben gesehen und live miterlebt. Es hat zwar unglaublichen Spaß gemacht, in den Wellen zu toben, man muss aber gleichzeitig extrem aufpassen, dass diese einen nicht auf den Meeresboden schleudern und unter Wasser drücken. Ich würde den Strand als sehr sauber, leer und typisch karibisch beschreiben. Hier entstehen definitiv so einige Postkartenmotive. Angebote wie Liegen-Verleih und Restaurants gibt es nur wenige, aber für meinen Geschmack ausreichend. Le Diamant ist ideal für ausgedehnte Strand-Spaziergänge und das Toben in den Wellen. Oder einfach nur zum Staunen und Entspannen.

Martinique Wellen Le Diamant

Anse Diamant Martinique

Le Diamant Martinique

3. Les Salines

Auch wenn es nicht mein persönlicher Lieblings-Strand ist, darf Les Salines in den Top 3 nicht fehlen. Hier erwarten euch weißer Sandstrand, nur seichte Wellen, einige gute Restaurants sowie Strandliegen- und Schirm-Verleih. Aufgrund des recht guten Angebots ist es hier deutlich voller, aber keinesfalls überfüllt. Ich empfehle diesen südlichen Strandabschnitt insbesondere für Familien mit Kindern und allen, die ein paar ruhige Runden schwimmen wollen, ohne von meterhohen Wellen überrascht zu werden.

Martinique Strand Les Salines

Top 3 Aktivitäten auf Martinique

Die Insel ist definitiv nicht nur für reinen Strandurlaub geeignet, da es sowohl an Land als auch auf dem Wasser so einiges zu unternehmen und entdecken gibt. Meine Empfehlungen möchte ich euch nicht vorenthalten:

1. Madisail – Die nachhaltigste Bootstour auf Martinique

Für unseren letzten Tag haben wir uns eine Bootstour herausgesucht, die ein genialer Abschluss der Reise dargestellt hat. Wir haben uns für die Tagestour mit Madisail entschieden, die von einem super lieben Pärchen betrieben wird, das zum Glück gut englisch spricht. Ihnen gehört ein Trimaran, der im Gegensatz zu dem bekannteren Katamaran drei statt zwei Rümpfe besitzt. Das Schiff verfügt zwar über einen Motor, aber man fährt fast die ganze Zeit mit Segel + Windkraft, was eine deutlich nachhaltigere Schifffahrt ermöglicht. Dazu passt auch das wunderbare Motto der Bootsbesitzer, die mit ihrem Angebot den Öko-Tourismus auf Martinique fördern wollen: „Natur bewundern und bewahren“.

Insgesamt waren wir lediglich zu viert auf dem Boot, was einfach nur genial war. So konnten wir in privater Atmosphäre segeln, Insidertipps erfahren und in gemütlicher Runde unser Bio-Lunch(!) zu uns nehmen. Wer wollte, durfte sogar selbst ans Steuer und die Segel hissen, was ich natürlich sofort ausprobiert habe – Segelschein ich komme. Zwei weitere Highlights waren eine türkisfarbene Bucht mit glasklarem Wasser, in der wir Halt machten und ohne eine Menschenseele schwimmen, schnorcheln und relaxen konnten. Auf dem Rückweg hat uns ganz plötzlich eine Scharr von Delfinen umgeben, die ein ganzes Stück mit uns geschwommen ist – sooo faszinierende Tiere kann ich euch sagen! Ich kann diese Tagestour jedem empfehlen, der Martinique auf dem Wasserweg erkunden möchte und das fernab von den üblichen Touri-Angeboten. Hier könnt ihr noch mehr erfahren.

Madisail Bootstour Martinique

türkisfarbenes Wasser

2. Rum-Destillerien – Nicht nur für Kenner

Wenn Martinique für eines bekannt ist, dann ist es Rum (und Bananen). Deshalb würde ich es absolut als Pflichtprogramm eines Aufenthalts auf der Karibikinsel bezeichnen, eine der zahlreichen Destillerien zu besichtigen. Wie bei allen Aktivitäten, die wir unternommen haben, empfand ich auch die Destillerie-Besuche nicht als sonderlich touristisch – die Führungen waren kostenlos und man wurde auch im Anschluss nicht genötigt, Rum zu kaufen. Für Liebhaber des Zuckerrohrschnapses ist dies aber definitiv empfehlenswert und ein tolles Mitbringsel. Besucht haben wir während unserer Reise gleich zwei Rum-Brennereien:

  • J.M. Rhum Destillerie

Diese Destille liegt im Nord-Osten der Insel und ist wohl die Schönste ihrer Art. Die Lage ist einmalig inmitten der immergrünen Natur und es wird mit frischem Quellwasser gearbeitet. Hier werden alle möglichen Sinne bedient: so kann man olfaktorisch an den unterschiedlichen Rohstoffen schnürffeln, einiges an Rum probieren und im Garten auf dem Gelände so manch einheimische Pflanze bestaunen.

J.M. Rhum Destillerie

Martinique J.M. Rhum Destillerie

  • Neisson Rhum Destillerie

Deutlich familiärer geht es bei der Destillerie von Neisson zu. Hier werden noch Gerätschaften von vor 80 Jahren verwendet und viele Arbeitsschritte in Handarbeit getätigt. Außerdem bietet Neisson den inselweit einzigen Bio-Rum an, da bisher etwa fünf Prozent deren Zuckerrohranbaufläche auf Bio umgestellt wurden. Mehr ist in Planung. Aufgrund der hohen Qualität und vielen Handarbeit, ist dieser Rum natürlich entsprechend teurer. Wer aber ein besonderes Handwerk und regionale Produktion unterstützen möchte, ist hier genau richtig.

Nelson Rum Destillerie Martinique

Bio-Rum Nelson Martinique

 

3. Jardin de Balata – Der Botanische Garten im Inland

Wem auf der Insel noch kein einziger Kolibri begegnet ist und wer sich an exotischen Pflanzen nicht satt sehen kann, dem empfehle ich als dritte schöne Aktivität auf Martinique den Besuch im botanischen Garten Jardin de Balata. Zwar ist der Eintritt mit 13,50 Euro für einen verhältnismäßig kleinen Garten eher hoch, dafür bekommt man aber auch eben Erwähntes in entspannter Atmosphäre sowie die Möglichkeit, einen kleinen Teil des Gartens per Hängebrücke zwischen den Bäumen zu erkunden. Stelle ich mir auch für Kinder spannend vor.

Botanischer Garten Martinique

Kolibri auf Martinique

Botanischer Garten Martinique

Pinke Pflanze

Martinique-Empfehlungen auf einen Blick

Wie eingangs angekündigt, habe ich in der folgenden Landkarte noch einmal die wichtigsten Stationen und meine Tipps eingetragen. Ihr seht, diese befinden sich zwar sowohl im Norden als auch im Süden, aber ausschließlich an der Westküste von Martinique. In den Osten haben wir nur einen kurzen Abstecher gemacht, was im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung war (für unsere Zwecke). Die Ostküste ist einfach noch deutlich weniger touristisch erschlossen, die Strände waren nicht so schön und das Wasser extrem wild. Wer nur zum Surfen anreist, kommt hier sicher auf seine Kosten.

Lasst mir gerne Feedback da, wie ihr meinen Martinique Reisebericht findet und ob ihr schon einmal auf der Insel wart. 

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8 Comments

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    • 2

      Hallo Marta, schön, dass dir die Bilder gefallen. Insgesamt würde ich die Insel eher nicht als nachhaltig bezeichnen, obwohl definitiv Bemühungen da sind. So gibt es (im Gegensatz zu manch anderen Inseln) eine Recyclinganlage und beispielsweise biologisch abbaubare Obst- und Gemüsetüten in einigen Supermärkten. Dadurch, dass Martinique ja zu Frankreich gehört, können Tüten an der Kasse ausschließlich käuflich erworben werden, wodurch der Verbrauch natürlich sinkt.
      Zu Ökotourismus zählt die von mir erwähnte Bootstour, aber insgesamt ist das Angebot noch sehr klein.
      Viele Grüße
      Elisabeth

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    Hallo Elisabeth,
    wie passt das zusammen: Nachhaltigkeit und Fernreisen? Schon mal was von CO2-Bilanz gehört? Bei jedem Flug in die Karibik werden tonnenweise Treibhausgase ausgestoßen. Flugzeuge gehören neben Kreuzfahrtschiffen zu den schlimmsten Klimakillern, aber beim Urlaub spielt die Nachhaltigkeit bei den meisten Menschen leider keine Rolle mehr. Da siegen Egoismus und Oberflächlichkeit über Klima- und Umweltschutz.
    Für mich ist dein Blog dadurch absolut unglaubwürdig.
    (Klima-)freundliche Grüße
    Catrin

    • 8

      Hallo Catrin, vielen Dank für dein Feedback. Deine Kritik kann ich sehr gut verstehen, da das Reisen definitiv der Bereich ist, wo ich in Puncto Nachhaltigkeit noch einiges verbessern kann. Allerdings bin ich zum einen beruflich recht viel unterwegs und zum anderen reise ich auch privat sehr gerne, da ich es als ungemein bereichernd empfinde, andere Länder und Kulturen zu entdecken. Das Langstreckenflüge niemals nachhaltig sein können, ist unbestritten, aber ich versuche zumindest vor Ort, so nachhaltig wie möglich zu leben, kleine Bauern zu unterstützen, lokale Lebensmittel einzukaufen und Möglichkeiten für Naturkosmetik- bzw. Bio-Einkäufe sowie möglichst nachhaltige Aktivitäten aufzuzeigen – s. oben.

      Ich freue mich aber für dich, wenn du in deinem Leben bereits alles perfekt machst!

      Viele Grüße
      Elisabeth

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