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Öko-Test: Faire Kosmetik nicht immer fair und gut

In der neusten Öko-Test Ausgabe für Oktober 2017 wurden Kosmetikartikel mit fairen Labels genauer unter die Lupe genommen. Vor dem Hintergrund, dass „fair“ kein geschützter oder gesetzlich geregelter Aufdruck ist, spielten dabei vor allem die Produktions- und Vertriebsgrundsätze verschiedener Kosmetikhersteller eine entscheidende Rolle. Dabei zeigte sich: Nicht alle nehmen das Label so ernst.
Der ungeschützte Aufdruck „faire Kosmetik“ kann von jedem Hersteller einfach auf die Verpackung eines Produkts gedruckt werden ohne, dass er gesetzlich gebunden ist. Das gilt für alle Produkte, die mit dem Begriff „fair“ gekennzeichnet sind. Daher wurden von Öko-Test Naturkosmetik und vegane Kosmetikprodukte im Labor untersucht, deren Hersteller belegen mussten, warum ihr Produkt fair gehandelt worden sei.

Zertifizierte Kosmetik durchschnittlich fairer

Im Großen und Ganzen halten die meisten der getesteten Kosmetika, was sie versprechen. 13 Produkte wurden mit „Gut“ und „Sehr gut“ bewertet. Darunter sind sowohl Seife und Gesichtscreme, als auch Haarpflegeprodukte:

Jedoch waren unter den im Labor untersuchten Kosmetikartikeln auch sechs Produkte, bei denen kein Siegel aufgedruckt ist. Hier hat sich herausgestellt, dass nur die Hälfte der Hersteller großen Wert auf fairen Handel legt. In dem Produkt „Handgemachte vegane Seife Rose“ von Gepa wurden zudem künstliche Duftstoffe gefunden. Zwei weitere Produkte enthalten außerdem PEG/PEG-Derivate, die häufig aus potenziell krebserregende Erdöl-Derivaten hergestellt werden. Sie stehen im Verdacht, die Haut durchlässiger für Schadstoffe zu machen und somit Allergien auslösen zu können.

Lieber Produkte mit Fairtrade-Label kaufen

Wer sicher sein möchte, dass Produkte fair gehandelt sind, verlässt sich am besten auf das originale Fairtrade-Label. Es schafft am meisten Transparenz und findet sich außerdem auch auf vielen Lebensmitteln. Ob Hersteller die Standards von Fairtrade einhalten ist teilweise jedoch schwer kontrollierbar, da sich das Label häufig nur auf einzelne der Inhaltsstoffe bezieht, nicht auf das ganze Produkt. Dahingegen sind jedoch auch viele Produkte, die eigentlich fair gehandelt sind nicht gekennzeichnet, weil die Zertifizierungskosten für kleine Unternehmen zu hoch sind.

Dr. Hauschka, Weleda und Speick zählen zu den Unternehmen, die laut Öko-Test einen hohen Anteil fair gehandelter Rohstoffe enthalten. Charakteristisch für das Fairtrade-Siegel sind außerdem kurze Handelswege und exklusive Partnerschaften mit den Rohstoffproduzenten.

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