Gesundheit

Werde ich jetzt vegan?

Sonntag Abend. Mein Freund und ich zappen durch Netflix, da Tatort gerade Sommerpause hat. Wir bleiben bei dem Dokumentarfilm „What the Health“ hängen, der sich als nicht weniger spannend und grausam als der wöchentliche Krimi herausstellt. Es geht um den Verzehr tierischer Produkte und wie dieser unsere Gesundheit sowie die Umwelt negativ beeinflussen – nicht, dass das Thema neu für mich wäre, die Kompaktheit der Infos schockierte uns dann aber doch.

Die Filmemacher sind Kip Andersen und Keegan Kuhn – die bereits für die ebenfalls wachrüttelnde Doku Cowspiracy verantwortlich sind. Sie reisen durch Amerika und befragen Ärzte und Ernährungsberater, um der Wahrheit über unser Essen auf den Grund zu gehen. Dazu werden wissenschaftliche Studien beleuchtet, die belegen, dass das Verzehren von tierischen Fetten für die Gesundheit mit dem Rauchen von Zigaretten gleichzusetzen ist und Diabetes, Krebs und andere Volkskrankheiten massiv begünstigt. Dieses Ausmaß, welches im Film gezeigt wird, war mir bisher selbst nicht klar. Besonders erschreckt haben mich die zahlreichen Gegenstudien, deren Ergebnisse vermeintlich von einer entsprechenden Interessengruppen gelenkt wurden. So wird eine Organisation, die von McDonalds, Nestle und Co. finanziert wird, sicherlich keine grundsätzlich negativen Auswirkungen von Fleisch und Milch belegen.

Darüberhinaus zeigt der Film, wie Menschen, die unter Krankheiten wie Asthma und Diabetes leiden, durch eine pflanzenbasierte Ernährung auf einen Großteil ihrer Medikamente verzichten können und wieder zu besserer Gesundheit gelangen. Klar, dass die Pharmaindustrie keinerlei Interesse daran hat.

In den nächsten 3 Jahren wird jeder dritte Amerikaner Diabetes haben, wenn sich an der Ernährung nichts verändert.

Wurst

Meine Kritik an der Doku

Ich denke, dass man den Unterschied zwischen verarbeitetem und unverarbeitetem Fleisch noch deutlicher herausstellen sollte. Keine Frage, unsere (bzw. die Amerikanische) Gesellschaft isst definitiv zu viel Fleisch und andere tierische Produkte, was unserer Gesundheit und der Umwelt nicht gut tut. Aber insbesondere das Essen von verarbeitetem Produkten sehe ich als größtes Problem an, da neben dem eigentlichen Fleisch noch viele andere ungesunde Stoffe konsumiert werden. Insbesondere Wurst mit Nitritpökelsalz, Konservierungsstoffen und billigen Fetten stellt ein großes Problem dar.

Auch bin ich beim Heilen von Krankheiten nur aufgrund einer veganen Ernährung immer sehr skeptisch – wahrscheinlich muss man es am eigen Körper erleben um es zu glauben, die drei gezeigten Beispiele bleiben aber ohne Studie nur eine gute Geschichte.

Dennoch möchte ich die 1,5 stündige Doku jedem ans Herz legen, egal, ob ihr euch bereits für Veganismus interessiert oder nicht. Neben der eigenen Gesundheit werde auch Themen wie Massentierhaltung, Umweltschutz und Korruption beleuchtet. Die Doku regt mit gut recherchierten Fakten, Studienergebnissen und Interviews definitiv zum Nachdenken an und reiht sich somit bestens zu den drei anderen Dokumentarfilmen in diesem Artikel ein. Die Doku könnt ihr euch bei Netflix ansehen, hier gibt’s den Trailer:

Noch umfassender als die Doku ist das gleichnamige Buch.

Wie geht es jetzt weiter?

Mein erster Gedanke nach dem Film war: „Ab jetzt werde ich vegan“. Dass das nicht bzw. nicht nachhaltig von heute auf morgen funktioniert, wurde mir allerdings schnell klar. Denn ich möchte das Ganze richtig und langsam angehen. Denn vegan zu leben bedeutet noch lange nicht gesund zu leben. Und ich möchte beides auf jeden Fall vereinen. Deshalb möchte ich mich in nächster Zeit noch viel intensiver mit dem Thema Veganismus – zunächst fokussiert auf vegane Ernährung – beschäftigen und gucken, wie ich mich damit arrangieren kann.

Lasst mir bitte unbedingt Feedback da, ob euch der ganze Prozess interessiert und wenn ja, was besonders. Dann werde ich entsprechende Beiträge gerne auf dem Blog veröffentlichen. Auch ob ihr selbst vegan lebt oder warum ihr dies nicht tut, würde ich super gerne erfahren.

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13 Comments

  1. 1

    Herzlichen Dank für den Doku-Tipp! Ich wäre sehr an deinem Werdegang interessiert, da es mir bisher selbst nicht gelungen ist, auf eine vegane Ernährung umzustellen. Wie fängt man am besten an etc…. das interessiert mich schon. Grüße aus Süddeutschland!

    • 2

      Hallo Suse, danke für dein Feedback, ich werde mir deine Fragen zu Herzen nehmen. Was ist deine Meinung zur Doku?
      Viele Grüße
      Elisabeth

      • 3

        Krass, einfach nur krass! War mir so vorher einfach nicht bewusst und ich wollte auch sofort wieder auf vegan umstellen. Aber du hast schon Recht, die ganzen Zusatzstoffe etc. wurden nicht erwähnt und sind sicher noch viel schlimmer. Toll, dass du das ganze Thema auch kritisch beleuchtest. Grüße

  2. 4
  3. 6

    Super Beitrag, ich kenne die Doku selbst noch nicht, befasse mich aber seit 5 Jahren intensiv mit der begannen Ernährung und bin schon der festen Meinung, dass viele Volkskrankheiten mit der Ernährung zusammenhängen. Ich habe auch bei mir einen deutlichen Unterschied feststellen können als ich umgestellt habe. Dabei finde ich es aber wie Du schon sagst, viel viel wichtiger nachhaltig vegan zu werden als von jetzt auf gleich. Selbst heute, nach fünf Jahren, esse ich ab und zu Käse. Das passiert sehr sehr selten, aber es passiert nunmal, trotzdem verurteile ich mich deswegen nicht und mache einfach weiter. Falls du Tipps für die Umstellung brauchst komm gerne auf mich zu 🙂

    • 7

      Hallo Lara, deine Einstellung finde ich super! Man sollte einfach ein Bewusstsein für gesunde Ernährung entwickeln und sich auf keinen Fall etwas verbieten. Danke auch für dein Angebot. 🙂 Lg

  4. 8
  5. 10

    Hallo Elisabeth,
    mich interessiert dein Weg zu veganen Ernährung sehr. Ich kenne die Doku „Hope for all“. Ein bisschen zu amerikanisch für meinen Geschmack aber das Leid der Tiere hat mich erschüttert. Ich versuche es immer wieder, mich vegan zu ernähren. Aber bisher hat es nicht geklappt und hin und wieder habe ich auch Fleisch gegessen. Von heute auf morgen funktioniert es für mich nicht. Vielleicht wird es ein längerer Prozess. Denn ich bin durchaus der Meinung, dass VEGAN im Moment die einzige Lebensform ist, die ethisch vertretbar ist.
    Deshalb bin ich gespannt auf deine Berichte.
    Alles Liebe,
    Susanne

    • 11

      Hallo Susanne, lieben Dank für dein Feedback! Dass es ein Prozess der Umstellung wird, bin ich mir ganz sicher. So war es bei mir auch in puncto Naturkosmetik. Aus deinem Kommentar lese ich ein wenig heraus, dass du es recht krampfhaft versuchst, vegan zu leben?! Ich würde das gar nicht so eng sehen: Wenn du dich zu 90% vegan ernährst, ist das doch großartig. Wenn du ab und zu mal Fleisch ist, dir aber grundsätzlich der Auswirkungen des Fleisch-Konsums bewusst bist, ist das doch bereits ein super Erfolg! Ernährung soll ja auch Spaß machen und man sollte sich nichts verbieten.
      Ganz liebe Grüße
      Elisabeth

      • 12

        Liebe Elisabeth,
        ja, das hast du richtig herausgelesen. Und du hast Recht. In der Hinsicht bin ich zu krampfhaft. Vielen lieben Dank. Das hilft mir sehr weiter!
        Liebe Grüße und mach weiter so. Dein Blog gefällt mir total gut!
        Susanne

        • 13

          Ich denke, wenn man es zu radikal angeht, wird das Projekt sicher scheitern. So geht es mir zumindest. Also immer schön Step für Step 😉

          Freut mich sehr, dass dir mein Blog gefällt!

          Lg, Elisabeth

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