Gesundheit, Nachhaltigkeit

Die Grillsaison ist eröffnet: So könnt ihr nachhaltig & gesund grillen

Sommer, Sonne, Park – wie haben wir uns auf die warme Jahreszeit gefreut. Endlich wieder lange Tage und viel Licht, Vitamin D, gute Laune und Freunde zu Gast! Aber eines darf auf keinen Fall fehlen: Grillen, eines der beliebtesten Rituale, um den Sommer einzuleiten. Durchschnittlich 19 Mal grillen die Deutschen jährlich und sind damit europäischer Spitzenreiter. Gerade deshalb sollte ein wenig darauf geachtet werden, dass der Grillspaß nicht zu ungesund und sogar umweltschädlich wird. Meine Tipps zum gesunden und nachhaltigen Grillen habe ich in diesem Beitrag zusammengestellt. Am Ende erwartet euch außerdem eine Infografik mit spannenden Fakten.

Tipps für gesundes Grillen

13 Tipps für nachhaltiges & gesundes Grillen

1. Keine Wegwerf-Grills

Wer nachhaltig und gesund grillen möchte, für den gilt: keine Wegwerf- bzw. Einweg-Grills verwenden. Natürlich sind die Grills praktisch für unterwegs, kostengünstig und leicht transportierbar. Aber wie der Name schon sagt, können sie auch tatsächlich nur einmal verwendet werden, was nichts mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Ja, ein richtiger Grill kostet ein bisschen mehr Geld, hält aber auch viele Jahre und kann im eigenen Garten, Keller oder auf dem Balkon untergestellt werden.

2. Heimische Holzkohle

Wer einen Holzkohlegrill besitzt, sollte auf Kohle aus nachhaltiger Forstwirtschaft setzen. Kohle wird nämlich häufig durch illegale Abholzung des Regenwaldes in Afrika oder Südamerika generiert. Total unnötig, da wir auch Grillkohle aus europäischen Laubwäldern zur Verfügung haben. Diese erkennt ihr an Siegeln wie FSC, das von NABU und BUND empfohlen wird oder Naturland. Diese Siegel stehen für nachhaltigere Holzwirtschaft. Manche Produkte tragen auch das Öko-Test-Zeichen. Auch ist es sinnvoll auf das DIN-Prüfzeichen DIN EN 1860-2 zu achten, welches darauf hinweisen soll, dass weniger Giftstoffe und keine Fremdstoffe enthalten sind. Häufig werde aber nur Angaben wie „kein Tropenholz“, „natürlicher Herkunft“, „Naturprodukt“ oder „aus bewirtschafteten Forstbeständen“ auf die Produkte gedruckt, die gesetzlich nicht klar geregelt sind und somit nicht als Beleg für Nachhaltigkeit gewertet werden können. Es können auch Olivenkerne oder Kokosnussschalen als Kohle-Ersatz zum Grillen verwendet werden.

Nachhaltig und gesund Grillen

3. Sagt nein zu Aluminium

Ob Alu-Grillschale, Alu-Grill oder Alufolie: All das braucht ihr nicht zum nachhaltigen, gesunden Grillen. Aluminium ist gesundheitsschädlich, was zum Beispiel durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigt wurde, da das Leichtmetall von der Schale ins Essen übergeht. Ihr könnt die meisten Lebensmittel ohne Unterlage auf den Grill legen, vor allem, wenn die Gitter aus Gusseisen bestehen. Alternativ dazu könnt ihr Mehrweg- Grillschalen, Grillgitter oder gusseiserne Pfannen verwenden. Wer partout nicht auf Alufolie verzichten will, sollte zumindest recycelte Alufolie benutzen.

4. Einweg oder Mehrweg?

Auch beim Geschirr und Besteck gibt es keinen Grund, auf Plastikware zu setzen, die nach einmaliger Benutzung wieder entsorgt wird. Wer auf dem heimischen Balkon oder im Garten grillt, sollte einfach Teller, Gabel und Co. aus der Küche verwenden. Wem das für auswärts zu schwer oder risikoreich ist, kann zu kompostierbaren Produkten – zum Beispiel aus Palmblättern – greifen.

Salat als gesunde Grillbeilage

5. Wenig oder Bio-Fleisch

Wurst und Steak gehören für die meisten Menschen einfach zum Grillen dazu. Beim gesunden und nachhaltigen Grillen sollte dieses aber auch Bio-Qualität haben, das ihr im Bioladen oder beim Neuland-Fleischer bekommt. Unabhängig von der eigenen Gesundheit, wird beim Grillen von Fleisch Tierfett verbrannt, das mehr CO2 produziert als pflanzliche Fette und somit noch einen Grund mehr bietet, generell weniger Fleisch zu konsumieren.

6. Veggie-Grillgut

Gemüse ist fürs gesunde Grillen bestens geeignet. Dabei sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Je nach Geschmack könnt ihr quasi alles marinieren und würzen, wie es euch beliebt. Am besten sind regionale und saisonale Produkte. Warum es sich außerdem lohnt, auf regionale und saisonale Produkte zu setzen, könnt ihr in diesem Interview nachlesen. Auch Tofu oder Seitan sind bestens zum Grillen geeignet – achtet aber auch hier auf die Qualität. Die Devise lautet daher: Möglichst viel Gemüse grillen. Demnächst stelle ich euch noch ein paar gesunde Grillrezepte vor.

Artischocke

7. Selbst machen oder bio kaufen

Dips und Saucen selbst zuzubereiten spart erstens Geld und hilft zweitens dabei, angefangene Lebensmittel aufzubrauchen. Außerdem sind die Zutaten erfahrungsgemäß frischer und somit gesünder. Ihr könnt auch den Zucker- und Fettgehalt selbst bestimmen, der bei gekauften Saucen meist relativ hoch ist. Dazu kommen noch Konservierungsstoffe, die ihr selber nicht braucht. Wenn ihr nicht so viel Vorbereitungszeit investieren könnt oder wollt, solltet ihr auf Bio-Qualität setzen. Empfehlen kann ich beispielsweise den Senf von Zwergenwiese und die Barbecue-Sauce von Byodo.

8. Limonaden selbst zubereiten

Als alkoholfreie Erfrischung eignet sich neben Wasser auch selbstgemachte Limonade mit Minze und Zitrone oder Limette, Basilikum und Orange oder auch Rosmarin und Himbeeren – eurer Fantasie sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Dann müsst ihr keine „fertigen“ Limonaden kaufen, die in der Regel nur so vor Zucker und Zusatzstoffen strotzen. Hier findet ihr mein Rezept für selbstgemachten Erdbeer-Eistee ohne Zusätze.

gesunde Grillideen Salat und Spieße

gesunde Grillideen

9. Wegschneiden statt wegschmeißen

Zum nachhaltigen Grillen gehört vor allem die Vermeidung von Abfall – besonders von Essensresten. Wenn die gegrillten Lebensmittel also verkohlte oder dunkle Stellen aufweisen, ist das noch kein Grund, diese wegzuwerfen. Die Stellen können einfach weggeschnitten, anstatt komplett weggeschmissen werden.

10. Müll mitnehmen!

Wenn ihr Müll im Park, am See oder wo auch immer produziert habt oder andere Leute ihren Müll liegen gelassen haben, nehmt ihn mit.

11. Acrylamid vermeiden

Bei einigen Lebensmitteln solltet ihr auf die gegrillte Variante verzichten, da dadurch schädliche Stoffe entstehen können. Vorreiter sind hierbei Kartoffeln, die bereits ab 120 Grad schädliches Acrylamid bilden. Also: Kartoffeln runter vom Grill und rein in den Kartoffelsalat.

Gasgrill nachhaltig

12. Edelstahl & Holz statt Plastik

Wer Grillzange und Co. aus Kunststoff wählt, muss damit rechnen, dass dieses weich wird und schädliche Substanzen ins Essen gelangen. Sichere Alternativen findet ihr aus Edelstahl und Holz.

13. Der nachhaltigste Grill

Und zum Schluss: Habt ihr euch eigentlich schon einmal gefragt, woraus euer Grill besteht und wie dieser produziert wurde? In Punkto Nachhaltigkeit hat das Unternehmen Weber hier definitiv die Nase vorn. Das amerikanische Traditionsunternehmen produziert zu fairen Arbeitsbedingungen vor Ort. Made in China findet ihr bei anderen Marken. Ich besitze einen Gasgrill von Weber, der fast komplett aus Edelstahl besteht, somit hochwertig, langlebig und schadstofffrei ist.

Nachhaltig & gesund grillen in einer Infografik

Infografik grillen
Einfach auf das Bild klicken, um die Infografik vollständig anzuzeigen.

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6 Comments

  1. 1

    Liebe Elisabeth, der schöngedeckte Tisch motiviert geradezu zum Grillen !!! Guten Apetit und eine gute Zeit mit schönem Wetter und vielen lieben Leuten . Danke für die Anregung !!! Liebe Grüße!

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    Hallo Elisabth,
    guter Beitrag. Speziell die Hinweise zur Holzkohle fand ich aufschlussreich.
    … und Vermeidung von Kunststoffen ist immer gut !
    Na dann frohes Grillen in den nächsten Wochen !.
    LG Dave

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