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Zu Besuch im Ökodorf Brodowin

von Elisabeth

Da das letzte Wochenende noch schön sommerlich warm war, machten mein Freund und ich einen Ausflug zum Ökodorf Brodowin in Brandenburg. Schließlich wollten wir endlich genauer erfahren, wo unsere Milch denn eigentlich herkommt. Wir reisten mit Bahn und Fahrrad an, was sich als sehr vorteilhaft herausstellte, wie ihr später noch erfahren werdet.

Ökodorf Brodowin

Was ist Brodowin?

Das Ökodorf Brodowin ist ein kleines Örtchen, in dem biologische Landwirtschaft betrieben wird. Hier ist der größte Demeter-Betrieb Deutschlands ansässig, in dem Milch und Milchprodukte hergestellt werden. Außerdem gibt es dort einen Hofladen, eine Ziegenkäserei, viele Tiere und noch viel mehr Natur 🙂
Wenn ihr mehr über Demeter wissen möchtet, lest hier weiter.

Der Demeter-Betrieb

Unser erstes Ziel war der Demeter-Betrieb mit Kuhstall, Molkerei und allem drum und dran. Hier wartete auch eine Führung auf uns, die alles genau erklärte.
Zuerst ging es dann in einen der zahlreichen Kuhställe. Ich war ja auf vieles vorbereitet, aber dass die Kühe wirklich so viel Platz haben, gesund aussehen und es auch wirklich sind, hätte ich echt nicht gedacht. Aber ich bin ja froh, dass es so etwas noch gibt. Horrorgeschichten von Massentierhaltung habe ich nun wirklich zu genüge gehört und gesehen

Ich wunderte mich, dass so viele Kühe bei dem schönen Wetter drinnen im Stall standen, aber darauf gab es eine simple Antwort: Bei den Kühen im Stall handelte es sich um Jungtiere unter einem Jahr, die ihr erstes Lebensjahr im Stall verbringen, um dort immer identisches Futter zu bekommen. Klingt für uns Menschen zwar schrecklich eintönig, aber für Kälber ist das relevant, damit sich der Pansen (Magen der Kühe) richtig und gesund ausbildet. Auf der Weide bei unterschiedlichen Gräsern ist das anscheinend nicht unbedingt gegeben. So weit so gut. Weiter ging es in einen weiteren Stall, indem sich die trächtigen Kühe befanden. Auch hier herrschte viel Platz und vor allem Ruhe, was zum Gebären ja auch Sinn macht. Schließlich bekamen wir aber auch draußen noch einige Kühe zu Gesicht.

Weiter ging es zur Molkerei, die wir leider nur von außen besichtigen konnten. Hier wird die Milch pasteurisiert (nicht homogenisiert!) und teilweise zu Käse, Butter und Co. weiterverarbeitet. Da die Milch nicht homogenisiert wird, ist sie auch nicht so lange haltbar – im Vergleich zu ESL-Milch oder gar H-Milch ist die nichthomogenisierte Milch aus Brodowin „nur“ neun Tage haltbar. Aber da die Milch bereits am nächsten Morgen im Laden steht, finde ich das persönlich nicht problematisch.
Insgesamt fand ich die Führung sehr interessant und kann sie jedem empfehlen, der einmal wissen möchte, wo seine Milch eigentlich herkommt. Als besonderes Highlight konnte man die Kälber auch streicheln und füttern, was ich gefühlte drei Stunden gemacht habe 🙂

Der Hofladen

Ebenfalls auf dem Gelände, auf dem sich auch der Betrieb und die Kuhställe befinden, ist auch ein kleiner Hofladen ansässig. Hier kann man die erzeugten Produkte direkt kaufen, und zwar zu moderaten Preisen, also günstiger als im heimischen Biocompany. Außerdem gibt es ein paar warme Gerichte sowie Kaffee und Kuchen, was wir uns natürlich ebenfalls nicht entgehen ließen.

Brodowin per Fahrrad erkunden

Gut informiert und gesättigt, schwungen wir uns auf unsere Räder, um die Umgebung näher zu erkunden. Alterntiv kann man das natürlich auch per Auto machen, aber auf den örtlichen Bus sollte man sich keineswegs verlassen. Zu entdecken gab es im Radius von knapp 10 Kilometern weitere kleine Hofläden, einen Wild-Laden, in dem das selbst geschossene Wildschwein zu Wurst und Filet verarbeitet wurde und zum Verkauf bereit stand (auch hier haben wir kräftig zugeschlagen). Auch einen Ziegenstall konnten wir uns noch ansehen. Erwähnenswert ist außerdem, dass sich zahlreiche Seen in der Umgebung befinden, in denen man sich wunderbar abkühlen kann. Auch die Natur ist einmalig schön. Ich wusste gar nicht, dass Brandenburg so hübsche Flecken hat – das war fast wie Urlaub.
brodowin bio

Wie ihr merkt, war ich wirklich begeistert von diesem Ausflug ins Ökodorf Brodowin und Umgebung. Jetzt würde mich natürlich interessieren, ob ihr auch schon einmal dort gewesen seid? Und was haltet ihr eigentlich von nicht-homogenisierter Milch?

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6 Kommentare

fornaturalbeauty 13. September 2013 - 5:18 am

Oh wow, cool, ich möchte auch ein ganzes Ökodorf in meiner Nähe 😉

Ich kenne Brodowin nicht, aber bei mir in der Gegend gibt es auch einen kleinen Demeter- Betrieb mit angeschlossenem Hofladen. Ich kaufe da sehr gerne, auch Milch. Man schmeckt einen riesengroßen Unterschied zu der Milch aus Massenproduktion im Supermarkt. Dass sie nicht homogenisiert ist, stört mich persönlich weniger. Ganz im Gegenteil, ich mag Lebensmittel so naturbelassen wie möglich.

Liebe Grüße,
KleinesGehopse

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Elisabeth 13. September 2013 - 7:00 am

Ja das geht mir auch so, warum alle Lebensmittel ewig weiterverarbeiten, wenn man sie auch (nahezu) unbehandelt essen kann. Viele stört natürlich der Sahnepfropf, aber gerade wenn man Milch nur für Kaffee oder Müsli verwendet, stört dieser ja wirklich nicht. Und geschmacklich ist die nicht homogenisierte Milch um einiges besser und zusätzlich noch gesünder. Was will man also mehr?!
Ich bin jedenfalls froh sie entdeckt zu haben 🙂

Sicher kennst du auch Rohmilch oder?

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fornaturalbeauty 14. September 2013 - 5:55 am

Nee, leider nicht. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Rohmilch noch nicht kenne. Ich habe aber die Möglichkeit in meinem Bio- Hofladen welche zu bekommen und werde ganz sicher auch irgendwann mal die Gelegenheit nutzen und probieren 😉

Liebe Grüße,
KleinesGehopse

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Elisabeth 14. September 2013 - 8:13 am

Achso, dachte du könntest mir evtl. von deinen Erfahrungen berichten. Ich kenne Rohmilch nämlich auch noch nicht.
Lg

Reply
Julchen 13. September 2013 - 11:46 am

In Brodowin war ich noch nicht, in Brandenburg habe ich aber schon einmal Urlaub gemacht und ich mag die Landschaft in einigen Gegenden sehr.
Da ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, ist das Kälber streicheln kein Highlight für mich, ich finde es aber super, dass du dir wirklich mal angeguckt hast, wie die Kühe leben.

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Elisabeth 13. September 2013 - 12:10 pm

Hehe, ja für mich als Stadtkind ist das wirklich ein Highlight 😉

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