Fair Fashion

11 Tipps zum Umstieg auf Fair Fashion

Heute auf den Tag genau vor fünf Jahren ist es passiert: Das Rana Plaza, eine Textilproduktionsstätte in Bangladesh, ist eingestürzt und hat 1.138 Menschen in den Tod gerissen und weitere 2.438 Personen verletzt. Der Einsturz des achtgeschossigen Hauses, bei dem Mängel an der Statik bekannt waren, gilt als schwerster Fabrikunfall des Landes. In der Fabrik wurde Kleidung für große Modelabels aus dem Bereich Fast Fashion hergestellt. Also für Unternehmen, die in kurzweiliger Wegwerfmode denken und sich zu wenig um Produktionsbedingungen scheren.
Der 24. April 2013 steht damit stellvertretend für ein globales Problem: Insbesondere in Niedriglohnländern gehören Akkordarbeit zu minimalen Löhnen sowie katastrophale Arbeits- und Sicherheitsbedingungen zur Tagesordnung.
Ich unterstütze dies schon lange nicht mehr, indem ich keine Fast Fashion mehr kaufe. Meine Tipps, wie auch ihr bewusster mit Modekonsum umgeht und auf faire Kleidung umstellen könnt, teile ich im heutigen Artikel mit euch.

Wer zusätzliche Gründe sucht, um auf Fair Fashion umzusteigen, dem empfehle ich diese beiden Dokumentationen:

Umstieg Fair Fashion

11 Tipps: Kleiderschrank nachhaltiger gestalten & auf faire Mode umsteigen

  1. Fast Fashion nicht einfach wegschmeißen
    Wenn ihr jetzt denkt, dass ihr Kleidung von großen Modeketten schnellstmöglich entsorgen solltet, liegt ihr falsch. Denn die Produkte wurden ja bereits produziert und sollten auch abgetragen werden. Es muss und kann gar nicht alles von heute auf morgen umgestellt werden. Stattdessen ist das ein Prozess von mehreren Jahren (zumindest war es bei mir so). Wenn ihr euch mit der Thematik beschäftigt und euren (Mode-)Konsum in Frage stellt, ist das bereits die halbe Miete.
  2. Bestandsaufnahme & Lieblingsteile identifizieren
    Wisst ihr eigentlich, was sich alles in eurem Kleiderschrank befindet? Die meisten von uns besitzen einfach so viel, dass sie tagtäglich regelrecht überfordert sind und gefühlt nichts anzuziehen haben. Eine Bestandsaufnahme verbunden mit einem Ausmisten, waren bei mir der erste Schritt, obwohl ich nie meterweise Kleiderschrank gefüllt habe. Aus dem Bestehenden lassen sich meistens sogar Lieblingsteile identifizieren, die ganz neu kombiniert werden können.
  3. Altes verkaufen & Gebrauchtes kaufen
    Wer sich von etwas trennen möchte, kann die Teile zum Beispiel über Kleiderkreisel verkaufen. Andere Menschen freuen sich sicher noch über Klamotten, die ihr nicht mehr tragen wollt. Andersherum könnt ihr bei Neuanschaffungen auch über einen Second-Hand-Kauf nachdenken – denn etwas besonders lange zu tragen, ist nachhaltiger, als (auch Fair Fashion) neu zu kaufen.
  4. Auf Basics setzen
    Gut für den Einstieg in Faire Mode eignen sich Basics wie Tops, T-Shirts und Longshirts. Diese Kategorie gehört zu den preiswerteren, die Produkte können das ganze Jahr getragen werden und man kann allgemein am wenigsten falsch machen. Mit Tops und T-Shirts habe ich selbst begonnen, auf faire Mode umzusteigen, was sich auch mit dieser Statistik deckt.
  5. Über Materialien informieren
    Was sind eure Ansprüche an Materialien und Tragekomfort? Wollt ihr nur vegane Mode tragen? Sollen die Sachen möglichst atmungsaktiv sein? Verschafft euch einen Überblick über die verwendeten Materialien, denn in der Fair-Fashion-Welt gibt es diesbezüglich kreative Ansätze. Neben Bio-Baumwolle und Bio-Wolle, gibt es zum Beispiel Tencel, das aus Holz gewonnen wird oder Garn aus recyceltem Kunststoff. Letzteres ist in der Regel widerstandsfähig, sorgt aber auch zur schnelleren Schweißproduktion. Besonders atmungsaktiv ist dagegen das Naturmaterial Bio-Leinen. Einen Überblick über verschiedene Materialien findet ihr zum Beispiel hier.
  6. Fair produzierte Mode erkennen
    Ob Mode wirklich fair produziert wurde, ist auch bei der Verwendung nachhaltiger Materialien oder einer Produktionsstätte in Europa nicht automatisch gegeben. So verwenden auch große Ketten inzwischen Bio-Baumwolle, die trotzdem unter fragwürdigen Bedingungen verarbeitet wurde. Verlässlich sind dagegen die Fair-Fashion-Siegel GOTS, Fair Wear Foundation, Fair Trade & IVN Best Standard.
  7. Stil finden & Trends meiden
    In der einen Saison dieses, in der nächsten Saison jenes. Wenn es nach der Modeindustrie geht, könnten wir uns am besten monatlich auf die Suche nach neuen Trends und ausgefallenen Neuheiten begeben. Nicht jedem stehen aber Neonfarben, Cropped-Tops oder Skinny-Jeans. Macht euch also bewusst, was euer Stil ist und worin ihr euch wohl fühlt. Dann könnt ihr Trends gekonnt umgehen und lieber auf ein hochwertiges Lieblingsteil setzen. Und manche Trends – wie zum Beispiel Streifen-Shirts – sind eigentlich jedes Jahr in.
  8. Nicht nebenbei shoppen
    Wer durch die Shopping-Meile schlendert oder durch einschlägige Onlineshops stöbert, wird ganz bestimmt etwas finden, dass er „unbedingt haben muss“. Kein Wunder – hier ist alles schön arrangiert und im besten Fall gibt es noch einen Rabattcode. Mein Tipp: Geht gar nicht erst los, um „einfach mal zu gucken“.
  9. Einkaufsliste erstellen & in Outfits denken
    Wenn ihr doch etwas benötigt oder kaufen wollt, macht euch eine Liste, auf der ihr möglichst genau auflistet, was im Warenkorb landen soll. Statt „sommerliche Oberteile“ schreibt lieber „blaues Shirt mit Motiv, das zu meinen beiden Jeans und auch zu meinem weißen Rock passt“. So kauft ihr gezielter ein und wählt wirklich das aus, das zu euren bestehenden Klamotten passt und habt nicht wieder ein Einzelteil, das mit nichts kombiniert werden kann und schließlich als Schranklaiche endet.
  10. Nichts Neues kaufen
    Ich weiß, das klingt erst einmal hart, ist aber natürlich das Nachhaltigste überhaupt: Nichts kaufen. Ich habe mehrere Monate nichts Neues gekauft und Altes wirklich abgetragen, bevor ich ausgewählte, fair hergestellte Kleidungsstücke neu gekauft habe. Mir hat das sehr geholfen, um ein ganz neues Verhältnis zu meiner Kleidung aufzubauen und meine Einstellung diesbezüglich zu festigen. Probiert es mal aus.
  11. Das Richtige kaufen und auf Qualität achten
    Nur weil etwas unter guten Arbeitsbedingungen produziert wurde, heißt das noch lange nicht, dass automatisch die Qualität stimmt. Denn auch bei den verwendeten Materialien und Herstellungsprozessen, gibt es natürlich Unterschiede.
    Sieben faire Marken mit gutem Preis-Leistungsverhältnis, von denen ich Produkte besitze und die ich euch empfehlen kann, sind Folgende:

Tipps Fair Fashion

So, ich hoffe, meine Tipps helfen euch weiter, etwas nachhaltiger zu konsumieren. Lasst mich mal wissen, ob ihr bereits auf faire Mode umgestiegen seid und was eure Gedanken dazu sind. Auch wenn ihr nicht auf Fair Fashion setzt, würde mich interessieren, wieso nicht. 

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4 Comments

  1. 1

    Super Tipps! Ich lasse mich leider noch viel zu oft verleiten. Da hast du mit Tipp 8 absolut Recht, dass man gar nicht erst gucken sollte…

    • 2

      Hi Caro, oh ja, das ist wirklich der beste Tipp. Und mit der Zeit hatte ich gar nicht mehr das Bedürfnis, shoppen gehen zu wollen. Was ich früher einfach als Freizeitbeschäftigung gemacht habe, ist heute absolut selten geworden – und ich vermisse es kein Stück. Lg

  2. 3

    Liebe Elisabeth,
    du hast richtig schöne Tipps zusammengetragen, die ich so vollkommen unterschreiben kann, aber wahrscheinlich niemals auf diese Kürze gebracht hätte.
    Danke dir für’s Zusammenfassen! 🙂

    Auch ich finde den achten Tipp besonders wichtig – und das gilt auch für Newsletter-Abonnements. Die kündige ich häufig ziemlich schnell wieder (denn ich habe mir das Label ja gemerkt und gehe dann auf die Website, wenn ich wirklich etwas Bestimmtes suche).

    Liebe Grüße
    Jenni

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