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Großbritannien verbietet Mikroplastik in Kosmetik und Körperpflegeprodukten

Häufig sind sie in Peelings, Zahnpasta oder Duschgel zu finden: Kleine, unscheinbare, bunte Plastikkügelchen. Sie als Inhaltsstoff in Kosmetikprodukten gesetzlich zu verbieten, ist schon seit langer Zeit im Gespräch. Großbritannien setzt das Verbot nun im gesamten Vereinigten Königreich um. Seit dem 9. Januar 2018 ist die Herstellung von Kosmetikprodukten, die Plastikkügelchen enthalten, offiziell verboten. Ab Juli 2018 soll ein Verkaufsverbot in Kraft treten.

Weltweites Problem

Jedes Jahr landen Tonnen von Plastikpartikeln in den Weltmeeren, wo sie tierischen und pflanzlichen Meeresbewohnern schaden und in letzter Konsequenz wieder als Nahrung in unseren Mägen enden. Am gefährlichsten sind jedoch die kleinen Plastikteilchen bzw. -kügelchen (engl. microbeads), die sich in Kosmetika und Pflegeprodukten befinden. Im amerikanischen Gesetz werden diese als feste Plastikpartikel definiert, die bis zu 5 Millimeter groß sind und zum Reinigen von zum Beispiel Haut oder Zähnen Anwendung finden. Letztendlich landen sie jedoch im Abfluss, dann im Wasser und schließlich im Meer. Aktuelle Zahlen belegen 5 Trillionen Plastikpartikel in den Weltmeeren, die schon bis in die entlegensten Regionen vorgedrungen sind. Jene erwähnten Plastikkügelchen sind Experten zufolge zwar nur ein kleiner, aber dennoch signifikanter Bestandteil der Meeresverschmutzung. Gleichzeitig sind sie jedoch am leichtesten zu vermeiden.

Großbritannien ist Vorreiter im Kampf gegen Plastikverschmutzung

Die britische Umweltministerin Thérèse Coffey kündigte an, dass die Herstellung von Kosmetik und Körperpflegeprodukten zukünftig ohne die kleinen Plastikkügelchen stattfinden wird. Bereits durch die 2017 eingeführte Gebühr von 5 Pence auf Plastiktüten konnten erhebliche Erfolge verzeichnet werden. Zusammen mit dem Verbot gilt Großbritannien international momentan als einer der Vorreiter im Kampf gegen Plastikverschmutzung. Coffey meint, mit dem Verbot einen wichtigen Meilenstein erreicht zu haben und möchte nun die Abschaffung weiterer Formen von Plastikmüll in Angriff nehmen. Dilyana Mihaylova, Marine Plastics Projects Manager bei Fauna & Flora International hofft, dass Großbritannien mit dem Verbot ein Zeichen im Kampf für saubere, gesunde Ozeane setzen kann. Es könne außerdem als Vorbild für andere Länder dienen, die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll zu unterbinden.

Landesweite Umsetzung in US-Staaten gescheitert

Bereits unter Obamas Präsidentschaft wurde 2015 im Zuge des sogenannten „Microbead-Free Waters Act“ ein neues Gesetz beschlossen, das die Produktion von Körperpflegeprodukten und Kosmetik, die Plastikkügelchen enthalten verbietet. Das Gesetz sollte 2017 mit dem Verkaufsverbot jener Kosmetikprodukte in Kraft treten. Bisher haben neun US-Staaten das Verbot umgesetzt. Nachdem Illinois 2014 als erster Staat das Verbot beschlossen hat, folgten 2015 Colorado, Maine, New Jersey, Indiana, Maryland, Connecticut und Wisconsin. Das Gesetz ist jeweils am 1. Januar 2018 mit dem Herstellungsverbot in Kraft getreten und wird 2020 um das Verkaufsverbot erweitert. Dabei sind jedoch nur abspülbare Kosmetikprodukte inbegriffen. Manche Staaten lassen auch immer noch die Verwendung von biologisch abbaubaren Mikropartikeln zu. Großbritannien ist somit das weltweit erste Land mit einem landesweiten Verbot jeglicher Plastikpartikel in Kosmetik und Körperpflegeprodukten.

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9 Comments

  1. 1
  2. 3

    Mikroplastik in Gesichtspuder, Lidschatten, und und und…
    Nylon12 nennt sich der besagte Stoff. Ich finde es sehr positiv, das man sich dieses Thema annimmt.Wird wohl bei uns noch sehr lange dauern, ehe was passiert..

    • 4

      Hallo Sibylle, du sagst es – so etwas dauert leider immer Jahre. Ich werde die Entwicklung ganz genau verfolgen. Lg

  3. 5

    Ich finde super, was da vor sich geht, bin aber echt am Zweifeln, ob das in Deutschland in absehbarer Zeit auch so thematisiert und letztendlich umgesetzt wird. Dabei gilt Deutschland doch in vielen Bereichen als Vorreiter…

    Danke für den tollen und aufklärenden Beitrag!

  4. 7

    Hallo,
    danke für den Beitrag.
    Was ist mit den flüssigen Mikroplastik-Stoffen (Acrylates Crosspolymer etc)?
    Werden diese auch verboten?
    Falls nein, dann ist das Ganze leider nur eine Effekthascherei….

    Liebe Grüsse!

  5. 8

    Das sollte man in Deutschland auch schnellstens in Angriff nehmen! Vorallem da sie im Endeffekt auch eine kanzerogene Wirkung haben können, wenn sie in unseren Mägen landen.

    Aber ich schätze mal in absehbarer Zeit wird sich da wohl nichts tun.

    Liebe Grüße

  6. 9

    Auf Grund des Artikels, wo ich eigentlich nur mal eben 2,3 Sätze schreiben wollte, entstand dieser Artikel den ich auf fb veröffentlich habe.
    die Schlagzeile war dann, dass die Queen Plastik in ihrem Land verbietet. Aber gut, sie hat ja nie das Problem mit dem Einkaufen und den dazugehörigen Problem. Aber nach Schweden ein Anfang – hallo Deutschland! Wacht auf…..schaut mal auf die Inhaltslisten eurer Kosmetiksachen. Muss Duschgel oder Shampoo PLASTIK Partikel beinhalten? Ein Peeling aus einer Sahne Salz Masse ist sinnvoller als sich den Körper mit kleinen Mircroplastikkügelchen abzuschrubben die dann in der Kanalisation landen. Klärwerke können diese nicht rausfiltern. Sie landen im Meer. Ihr mögt Fisch? Dann haltet euch immer vor Augen was der Fisch in seinem Magen hat. Lecker, nicht wahr? Und jeder hat dazu was beigetragen. Wir sind doch alle aufgeklärt, deshalb kann jeder was dazu tun. Es gibt Bio Alternativen in den Dromärkten. Die sind genauso gut und teuer muss es auch nicht werden. Nur weil gewissen Konzerne Cremes haben die man schon seit seiner Kindheit kennt muss unsere Generation das nicht weiter fördern . So wie Nestle´, das wir auch schon boykottieren, solange die meinen Wasser gehört denen, gerade in armen Ländern, die vorher Wasser umsonst aus deren Brunnen hatten und der Konzern deren Wasserressourcen sein eigen plötzlich nennt, kann man auch den Konzern mit der blauen Dose und den N gerne mal auf die Finger schauen. Achtet mal drauf, alles was mit „…cryl“ endet oder mit „Poly….“ anfängt, FINGER WEG!
    Und schlimm genug, dass Tests nun festgestellt haben. dass bei der Herstellung von natürlichen Meersalzen für die Küche Plastikmicroben enthalten sind. Ihr duscht mit Nivea und würzt eurer Essen mit dem was da aus der Dusche kam? Helft bitte, alles etwas weniger Plastik zu nutzen, dabei geht es nicht nur um die Umverpackungen, auch die kleinen Sachen in der Kosmetik machen ein Großes aus!

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